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  • Zu Beginn des Jahres übernimmt die kurz zuvor gegründete STEAG Waste to Energy GmbH vom Energieversorger Vattenfall alle Geschäftsanteile an der Thermischen Abfallbehandlung Lauta in Sachsen und am Industriekraftwerk Rüdersdorf in Brandenburg. Mit den Akquisitionen steigt STEAG wieder in der Müllverbrennungsmarkt ein. STEAG New Energies realisiert eine Energiezentrale mit fünf Blockheizkraftwerken (BHKW) auf dem Ford-Werksgelände in Saarlouis und übergibt ein Blockheizkraftwerk an die Karlsberg-Brauerei in Homburg. Und in Darmstadt beginnt der Bau der neuen Energiezentrale für die Technische Universität. Im Rahmen des Portfoliomanagements veräußert STEAG das saarländische Stromnetz, trennt sich vom STEAG-Fernwärmenetz in Bonn und verkauft Anteile der Fernwärmeversorgung Niederrhein. Außerdem übernimmt MEAG, der Vermögensmanager der Versicherer Munich Re und ERGO, einen Minderheitsanteil an der STEAG Fernwärme. STEAG gibt Pläne für den Bau eines gasbefeuerten Kraftwerks mit Kraft-Wärme-Kopplung in Herne bekannt. Die endgültige Investitionsentscheidung fällt 2019.

    2016 nehmen die ersten Großbatterie-Systeme der STEAG zum Ausgleich von Stromschwankungen im Netz den Betrieb auf. Geplante Standorte sind: Bexbach, Duisburg-Walsum, Fenne, Herne, Lünen und Weiher. Der photokatalytische Betonzusatzstoff Photoment erhält den europäischen Green Tech Award in der Kategorie „Urbanisierung“. Über STEAG New Energies (SNE) übernimmt oder beteiligt sich STEAG an drei neuen zukunftsfähigen Windpark-Projekten mit insgesamt zwölf Windenergieanlagen in Klosterkumpd und Rayerschied im Hunsrück sowie Schöneseiffen in der Eifel.

    Um die Fernwärmeschienen an Rhein und Ruhr zu verknüpfen, gründen die Unternehmen STEAG Fernwärme, Energieversorgung Oberhausen und Fernwärmeversorgung Niederrhein eine Projektgesellschaft. Auf einer Textstrecke der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop wird der Betonzusatzstoff Photoment, Hersteller ist STEAG Power Minerals, mit seinen photokatalyischen Eigenschaften zur Luftreinigung erfolgreich eingesetzt.

    STEAG Energy Services übernimmt die Betriebsführung für das Kraftwerk Morupule B in Botswana. Im rumänischen Crucea wird ein STEAG-Windpark ins Netz zugeschaltet. Ein weiterer Windpark im brandenburgischen Ullersdorf (Brandenburg) nimmt den Betrieb auf. Erfolgreicher Abschluss eines Forschungsprojekts: Der Großbatteriespeicher Lithium-Elektrizitäts-Speicher-System, kurz LESSY, nimmt den kommerziellen Betrieb im Kraftwerk Völklingen-Fenne auf. STEAG wird durch Übernahme der EnBW-Anteile am Kraftwerk Bexbach (Saarland) alleiniger Eigentümer der Anlage. 

    STEAG beteiligt sich am spanischen Solarkraftwerk Arenales. STEAG New Energies investiert Windkraftprojekte in Lothringen/Frankreich. 2013 nimmt die STEAG Technischer Service GmbH die operative Tätigkeit auf. Die Tochtergesellschaft plant und realisiert alle für den sicheren Anlagenbetrieb und Netzbetrieb erforderlichen technischen Serviceleistungen. Im Kraftwerk Duisburg-Walsum wird der Block 10 in Betrieb genommen. 

    Wachstum unter anspruchsvollen Bedingungen

    Mit der neuen Eigentümerstruktur macht STEAG sich daran, notwendige Veränderungen auf den Weg zu bringen. Die Rahmenbedingungen durch die energiepolitische Neuausrichtung in Deutschland haben sich grundlegend geändert, insbesondere im Hinblick auf die Stromerzeugung in konventionellen Großkraftwerken. STEAG entwickelt daher sein technisches Know-how konsequent weiter zu Angeboten in den Bereichen Projekt- und Entwurfsplanung sowie Umsetzung, Betriebsführung, dezentrales Geschäft, Erneuerbare Energien, speziell Wind onshore und Servicedienstleistungen. 

    Ein Konsortium der Stadtwerke Bochum, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Essen und Oberhausen übernimmt 51 Prozent der Evonik-STEAG-Anteile vom Evonik-Konzern. Unter dem neuen Mehrheitseigner Kommunale Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG (KSBG) firmiert das Unternehmen wieder zur STEAG GmbH um. Gleichzeitig werden alle Tochtergesellschaften umbenannt. 2014 wird die KSBG schließlich Alleingesellschafter der STEAG.

    Im Jahr 2007 wird die RAG-Stiftung gegründet. Diese soll einerseits bis 2018 den sozialverträglichen Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlenbergbau steuern und langfristig die Ewigkeitslasten des Bergbaus bewältigen. Andererseits ist die Aufgabe, die „weißen Geschäftsfelder“ Chemie, Energie und Immobilien in den neuen Konzern Evonik Industries AG zu bündeln und das Unternehmen an den Kapitalmarkt zu führen. Für diese Umstrukturierung wird STEAG zunächst von der AG wieder zur GmbH, anschließend firmiert das Unternehmen in Evonik STEAG GmbH um. 2008 vollzieht Evonik Industries einen Kurswechsel und beginnt, sich als Spezialchemiekonzern aufzustellen. Neben den Immobilienaktivitäten wird die Energiewirtschaft nicht mehr als Kerngeschäft angesehen. Bis 2010 gehen die beiden ersten Windkraftanlagen der STEAG ans Netz. Sie stehen auf der Halde Oberscholven in Gelsenkirchen. Ebenso entwickelt das Unternehmen international solarthermische Kraftwerke.

    Übergang

    Die RAG AG wird im Jahr 2007 umstrukturiert, wovon auch die STEAG betroffen ist. Zunächst wird STEAG Teil des aus der RAG hervorgegangenen Evonik-Konzerns. Ab 2011 geht STEAG in zwei Etappen ins Eigentum eines kommunalen Konsortiums über, das bis heute die Anteile am Unternehmen hält.

    STEAG übernimmt 2005 die Saar Energie AG, die in STEAG Saar Energie AG umfirmiert. 2006 geht das Biomassekraftwerk Lünen in Betrieb und für das Kraftwerk Walsum 10 wird der Grundstein gelegt. Die STEAG State Power Inc., als Projekt 2001 gestartet, betreibt ab 2006 das Steinkohlekraftwerk Mindanao auf der gleichnamigen philippinischen Insel. Investiert werden 305 Millionen US-Dollar. Ebenso entsteht 2006 die STEAG PowerMinerals Ltd. Großbritannien. 

    Das zwischen 2000 und 2004 gebaute Steinkohle-Großkraftwerk Iskenderun (1.300 MW) in der Türkei ist die größte Investition (1,5 Mrd. US-Dollar) in der Geschichte der STEAG und gleichzeitig die bislang größte Auslandsinvestition in der Türkei.

    Im Jahr 2000 firmiert STEAG Kernenergie GmbH um in STEAG encotec GmbH, die heutige STEAG Energy Services (SES). Ein Jahr später entsteht in Neu Delhi die STEAG encotec (India) und 2002 die STEAG encotec do Brasil in Rio de Janeiro.

    Seit 2002 gehört die STEAG AG vollständig zur RAG AG.

    Nach drei Jahren Bauzeit beginnt im Steinkohlekraftwerk in Paipa/Kolumbien (165 MW) die Stromproduktion. In den USA gründet der Konzern die STEAG Energy Services LLC, die ab 2016 zusammen mit Energy Capital Partners zur STEAG SCR-Tech, Inc. ausgebaut wird. Das Unternehmen bietet Umweltschutzmaßnahmen für amerikanische Kraftwerke, die Regeneration von SCR-Katalysatoren und damit verbundenen Dienstleistungen.

    Nationale und internationale Expansion

    Um die Jahrtausendwende investiert STEAG in mehrere ausländische Großkraftwerksprojekte und gründet Auslandsgesellschaften, die bis heute feste Bestandteile des Konzernportfolios bilden. Ebenso beginnt die Integration der saarländischen Energiewirtschaft.

    Die RAG übernimmt die Saarbergwerke AG, in die zuvor alle saarländischen Bergbauaktivitäten integriert wurden. Die Bereiche Fernwärme, konventionelle und regenerative Energieerzeugung werden in den folgenden Jahre restrukturiert und schließlich in die Saar Energie AG eingebracht, die 2005 von STEAG übernommen wird.

    Die Ruhrkohle AG heißt nun RAG AG.
    Im polnischen Gliwice (Gleiwitz) wird die SFW Energia gegründet. SFW plant, realisiert und betreibt Wärme-, Kälte- und Stromerzeugungsanlagen auf Basis von Steinkohle, Holz, Gruben- und Erdgas.

    STEAG bezieht das neue Verwaltungsgebäude an der Rüttenscheider Straße, wo auch heute der Hauptsitz des Unternehmens ist. In Erding bei München entsteht die erste Geothermieanlage. 1996 geht in Leuna ein Raffineriekraftwerk (178 MW) nach zweijähriger Bauzeit in Betrieb.

    Am traditionsreichen Chemiestandort Leuna (Sachsen-Anhalt) übernimmt STEAG das Industriekraftwerk Nord (installierte Leistung 280 MW) von den Leuna-Werken. Am selben Ort beginnt der Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks, das seit 1994 produziert.

    Wachstum und Innovationen

    Die STEAG expandiert inländisch über das Ruhrgebiet hinaus. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands engagiert sich der Konzern in den östlichen Bundesländern. Zudem intensiviert STEAG die Auslandaktivitäten und es entstehen erste Anlagen im Bereich Erneuerbarer Energien und Dezentrale Anlagen.

    Ein neuer Block im Großkraftwerk Duisburg-Walsum mit 410 MW elektrischer und 980 MW thermischer Leitung ermöglicht zugleich die Stilllegung der beiden alten Blöcke 6 und 8 mit 218 MW.

    Im Kraftwerk Herne wird Fernwärme ausgekoppelt und die Anlage somit zum Heizkraftwerk. Außerdem nimmt die Fernwärmeschiene Ruhr-Ost den Betrieb auf. 

    Die Rauchgasentstickungs (DeNOx)-Versuchsanlage im Gemeinschaftskraftwerk Voerde geht 1985 in Betrieb. Im gleichen Jahr wird die Rauchgasentschwefelung im Gemeinschaftskraftwerk Bergkamen modernisiert. 1989 geht auch in Bergkamen eine Stickstoffoxid-Minderungsanlage in Betrieb. 

    STEAG Kernenergie GmbH gründet 1984 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK) die Brennelement-Zwischenlager Ahaus GmbH. 1989 wurde in Ahaus das Zwischenlager für ausgediente Brennelemente fertiggestellt.

    STEAG übernimmt die Oberbauleitung für das Braunkohlekraftwerk Afsin/Elbistan in der Türkei. Dieses geht 1984 ans Netz.

    Das gemeinsam mit RWE errichtete Gruppenkraftwerk Bergkamen-Heil beginnt 1981 mit der Stromerzeugung. Im Jahr 1984 folgt die Inbetriebnahme des Bahnstromturbosatzes in Bergkamen, der die Energieversorgung der Deutschen Bahn unterstützt. Das Gemeinschaftskraftwerk West (Voerde) wird 1982 und 1985 um zwei Blöcke mit 1.420 MW Leistung erweitert. 

    Ausbau, Modernisierung, internationale Aktivitäten

    Die 1980er-Jahre sind von zwei gegenläufigen Entwicklungen geprägt: Während einige kleinere Standorte (Zechenkraftwerke) stillgelegt werden, expandiert STEAG an größeren Standorten und erhöht seine Anteile an Gruppenkraftwerken. Außerdem investiert der Konzern in neueste Umweltschutztechnik und profiliert sich als Betreiber und Anlagenbauer im Ausland.

    Infolge des dritten Verstromungsgesetzes zur Absatzsicherung der Steinkohle in der Elektrizitätswirtschaft wird 1977 eine Rahmenvereinbarung zwischen der Elektrizitätswirtschaft und dem Steinkohlenbergbau geschlossen und 1980 schließlich der Jahrhundertvertrag zur Sicherung des Steinkohlenabsatzes an die öffentliche und industrielle Kraftwirtschaft bis 1995. Für die Preisdifferenz zwischen der deutschen Steinkohle und der Importkohle zahlen demnach deutsche Stromkunden einen Ausgleich pro Kilowattstunde, den „Kohlepfennig“. Nach 1995 wird die Regelung durch öffentliche Subventionen ersetzt, die bis 2018 sukzessive auslaufen. 

    Inbetriebnahme der Heizwerke Essen-Nord und Bottrop-Innenstadt. Ein Jahr später entsteht das erste Fernwärme-Verbundsystem zur Versorgung der Städte Essen, Gelsenkirchen und Bottrop.

    Die erste Rauchgasentschwefelungsanlage nach dem Kalkwaschverfahren wird im Kraftwerk Lünen eingesetzt. Um Kraftwerksnebenprodukte verwerten zu können, entsteht das Gemeinschaftsunternehmen KRUPP-STEAG Strahlmittel GmbH. 1979 wird schließlich die STEAG Entsorgungs-GmbH, heute STEAG Power Minerals, gegründet. Das Unternehmen entwickelt Verwertungstechniken für Kraftwerksnebenprodukte, zum Beispiel REA-Gips für die Bauindustrie, und betreibt Aufbereitungsanlagen. 1982 geht im Gemeinschaftskraftwerk Bergkamen A auch eine Rauchgasentschwefelungsanlage in Betrieb.

    Mit zwei Blöcken von je 350 MW geht 1971 das Gemeinschaftskraftwerk West in Voerde ans Netz. Bis 1982 erfolgt der weitere Ausbau. 1981 beginnt die Stromerzeugung im Gemeinschaftskraftwerk Bergkamen A.

    Die STEAG Kernenergie GmbH wird gegründet, die zusammen mit der Gelsenberg AG 1974 die Gesellschaft für Nukleartransporte GmbH (ab 1977 GNS Gesellschaft für Nuklearservice ) etabliert. GNS entwickelt Ende der 1970er-, Anfang der 1980er-Jahre die ersten Castor-Behälter zum Transport hochradioaktiver Abfälle und Lagerung ausgedienter Brennelemente aus Kernreaktoren.

    Die Ruhrkohle AG übernimmt die Aktienmehrheit der Steinkohlen-Elektrizität AG, im Folgejahr firmiert die Tochtergesellschaft in STEAG AG um. Die von RWE, VEBA und Gelsenberg gegründete Gesellschaft für Energiebeteiligung hält eine Sperrminorität an STEAG. Auch die Gesellschaft für Stromerzeugung und Energieversorgung firmiert um und heißt – bis heute – STEAG Fernwärme GmbH.

    Integration in die Ruhrkohle AG und Modernisierung

    Um den Strukturproblemen des Steinkohlenbergbaus zu begegnen, bildet die Mehrheit der Ruhrbergbau-Gesellschaften im November 1968 die Ruhrkohle AG. Neben den Bergwerken werden auch die Zechenkraftwerke unter dem Dach der neuen Gesellschaft vereint, ebenso die Mehrheit der STEAG-Aktien. Mit der Bundesregierung wird der Grundvertrag zur Neuordnung des Steinkohlebergbaus geschlossen. In der Folge entwickelt sich STEAG zum zweitgrößten Kohleverstromer und zum fünftgrößten Energieversorger in Deutschland. 

    Alle Fernwärmeaktivitäten werden in der Gesellschaft für Stromerzeugung und Energieversorgung mbH (GSE) zusammengefasst.

    Gemeinsam mit fünf Steinkohlebergbauunternehmen errichtet STEAG in Herne ein Gruppenkraftwerk, um durch die Zusammenfassung der Stromerzeugung in größeren Einheiten Kostenvorteile zu realisieren. Die Blöcke 1 und 2 mit jeweils 150 MW gehen 1962 in Betrieb, 1966 folgt Block 3 mit 300 MW. Das Kraftwerk Lünen wird 1962 auf eine Gesamtleistung von 380 MW ausgebaut.

    Mit Inbetriebnahme eines Heizkraftwerks in der Nähe der Essener Hauptbahnhofs beginnt STEAG mit der Fernwärmeversorgung. Erster Kunde ist das Thyssen-Industrie-Hochhaus. Später kommen als Versorgungsgebiete in Essen die Innenstadt und Wohngebiete hinzu. 1962 wird die Fernwärmeversorgung Essen GmbH gegründet. Ein weiteres Wohngebiet in Bonn-Duisdorf wird durch ein Heizwerk vor Ort seit 1962 versorgt. 1965 gründet STEAG die Fernwärmeversorgung Gelsenkirchen GmbH und übernimmt die Betriebsführung der Fernwärmeversorgung für die Universitäts-Wohnstadt Bochum.

    Weitere Kohlekrise und neue Geschäftsfelder

    Seit den späten 1950er-Jahren befindet sich der Steinkohlenbergbau in einem tiefgreifenden Wandel. Durch zunehmenden Einsatz von Erdöl und Erdgas sowie vermehrter Importkohle gerät die Steinkohlewirtschaft in die Krise. In der Folge schließen sich Unternehmen zusammen und es werden Gemeinschaftskraftwerke errichtet. Zudem betritt STEAG ein weiteres Geschäftsfeld, das bis heute eine der tragenden Säulen des Konzern bildet: die Fernwärmeversorgung. 

    Am Standort Duisburg-Walsum gehen zwei der seinerzeit größten deutschen Steinkohle-Kraftwerksblöcke mit je 150 MW in Betrieb.

    Zusammen mit der Gelsenkirchener Bergwerksaktiengesellschaft und der Ruhrgas AG beteiligt sich STEAG zu einem Drittel an der Kohleverwertungsgesellschaft mbH. Die Gesellschaft erwirbt 25 Prozent der Anteile an der Chemische Werke Hüls AG (CWH). STEAG regelt dabei die Besitzverhältnisse des Kraftwerks Marl neu: CWH pachtet die Stromerzeugungsanlage und kauft die Dampferzeugungsanlage.

    Drei neue Kraftwerksblöcke werden errichtet: 50 MW in Lünen, 64 MW im Kraftwerk Niederberg (Neukirchen-Vluyn), 100 MW im Kraftwerk Rheinpreußen in Moers.

    Durch Inkrafttreten des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, auch Montanunion genannt) übernehmen die Länder Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande gemeinsam die Kontrolle über die Montanindustrie. Für das Ruhrgebiet bieten sich neue Wachstumschancen. Die EGKS gilt als Keimzelle der späteren Europäischen Gemeinschaft bzw. Europäischen Union.

    1950 regelt STEAG mit RWE vertraglich die Einbeziehung der Bergbaukraftwerke in die öffentliche stromwirtschaftliche Versorgung. Ein Jahr später folgt die gleichgerichtete Vereinbarung mit der VEW, dem zweiten öffentlichen Stromversorger im Ruhrgebiet.

    Baubeginn des ersten Auftragskraftwerks in Alsdorf nahe Aachen. Auftraggeber war der Eschweiler Bergwerksverein.

    Zwei Jahre nach Kriegsende gründet STEAG mit 13 weiteren Unternehmen die „Vereinigung Industrielle Kraftwirtschaft“, um die Interessen der Mitglieder gegenüber den Besatzungsmächten und den Behörden zu vertreten. Energie ist in der Nachkriegszeit knapp. Deshalb beauftragt die 1948 zur Zechenverwaltung etablierte Deutsche Kohlenbergbauleitung die STEAG mit einem Gutachten über Einbeziehung des Steinkohlenbergbaus in die Energiewirtschaft. 

    Neuordnung nach dem II. Weltkrieg

    Nach Kriegsende wendet sich STEAG neuen elektrizitätswirtschaftlichen Zielen zu. Begünstigt wird der Aufbruch durch die seinerzeit herrschende Energieknappheit, die der Steinkohle eine besondere Rolle beschert, sowie die gemeinsamen europäischen Wirtschaftsinitativen, die zum Beispiel die Montanunion hervorbringen. Kohle und Stahl gewinnen in dieser Zeit deutlich an Bedeutung.

    Im Kraftwerk Lünen nimmt Ende 1940 nach gut zweijähriger Bauzeit der erste der insgesamt vier 45-MW-Turbogeneratoren die Produktion auf. 1943 erreicht die Anlage die volle Kapazität. Im Jahr 1941 beginnt im Kraftwerk Marl die Stromproduktion, die bis zum Kriegsende auf 1884 MW ausgebaut wurde. 

    Das Rheinisch-Westfälische Kohlen-Syndikat, eine Absatzorganisation des westdeutschen Steinkohlenbergbaus zur Preis- und Mengenregulierung, gründet am 20. September 1937 in Lünen die Steinkohlen-Elektrizität AG (STEAG). Neben der allgemeinen Förderung der Stromerzeugung aus Steinkohle dient das Gemeinschaftsunternehmen auch zur Versorgung zweier Großkraftwerke, die den Energiebedarf für das Lippewerk Lünen (Aluminium) und das Chemische Werk Hüls in Marl (Buna, synthetischer Kautschuk) decken sollen. Beide Betriebe sind Teil der NS-Autarkie- und Rüstungspolitik.

    Stärkung der Steinkohle-Verstromung

    Seit Ende des I. Weltkriegs hat Braunkohle, Wasserkraft und Erdöl die Bedeutung der Steinkohle im Verstromungsmarkt geschwächt. Deshalb suchen die Unternehmen des Ruhrgebietsbergbaus seit Mitte der 1920er-Jahre nach Wegen, die Stromerzeugung aus Steinkohle zu stärken. Ein Instrument ist die Gründung der STEAG.