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  • Vorwärts durch Rückbau

    STEAG Energy Services erwirbt Krantz GmbH und stärkt seine Marktstellung im Bereich Stilllegung und Rückbau von Kernkraftwerken

    Nach der Entscheidung der Bundesregierung, sämtliche Kernkraftwerke in Deutschland bis Ende 2022 stillzulegen, ist der Bedarf an Unternehmen gestiegen, die sich auf den sicheren Rückbau kerntechnischer Anlagen verstehen. Der im STEAG-Tochterunternehmen STEAG Energy Services angesiedelte Bereich Nuclear Technologies verfügt über 40 Jahre Erfahrung in der Entsorgung kerntechnischer Abfälle.

    Diese Erfahrung als Ingenieur-Dienstleister und Lieferant in diesem Marktsegment wird durch den kürzlich erfolgten Erwerb der Krantz GmbH ausgebaut. Die Krantz GmbH mit Sitz in Aachen ist führend in der Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Vermarktung von technisch anspruchsvollen Luftführungs-, Heiz-, Kühl- und Reinraumsystemen. Die insgesamt 218 Mitarbeiter schaffen individuelle Lösungen für Unternehmen der Nukleartechnik, aber auch für Industriekunden anderer Branchen im In- und Ausland. Seit dem 1. Januar 2018 gehört Krantz nun zur STEAG Energy Services (SES).

    „Mit dem Erwerb von Krantz investieren wir in ein Wachstumsfeld“, erläutert Joachim Rumstadt, der Vorsitzende der STEAG-Geschäftsführung. „Insbesondere die Betreiber von Kernkraftwerken sind in den kommenden 15 bis 20 Jahren auf kerntechnische Expertise im Rückbau angewiesen. Mit dem ohnehin vorhandenen Know-how innerhalb der SES Nuclear Technologies (SES-NT) und den Kompetenzen, die die Kolleginnen und Kollegen von Krantz nun zusätzlich einbringen, wird STEAG seine Marktposition im Feld rückbaunaher Dienstleistungen erfolgreich ausbauen.“

    „Gut positioniert in einem hart umkämpften Markt“

    In Deutschland sind derzeit noch sieben Kernkraftwerke am Netz – innerhalb der kommenden fünf Jahre müssen diese stillgelegt und anschließend wie die bereits stillgelegten Blöcke zurückgebaut werden. Und auch in der Europäischen Union (EU) gibt es weiteres Potenzial: Hier betreiben 14 der insgesamt 28 EU-Staaten Kernkraftwerke mit 127 Reaktoren ungefähr ein Viertel der weltweiten Kernkraftanlagen. Und auch, wenn sich künftig nicht alle EU-Länder von der Kerntechnologie trennen, so werden auch hier ältere Reaktoren und Anlagen ersetzt und müssen deshalb komplett oder teilweise zurückgebaut werden.

    „Wir konnten uns in diesem hart umkämpften Markt bisher gut positionieren“, sagt Norbert Schröder, Leiter des Bereichs Nuclear Technologies (SES-NT). „Mit der Übernahme der Krantz GmbH, die im kerntechnischen Bereich Anlagen mit besonderen Anforderungen erstellt, gewinnen wir weiteres Know-how, und die Chance, gemeinsam Dienstleistungen und Lieferungen für den Rückbau in Deutschland und künftig verstärkt auch europa- und weltweit anzubieten.“

    Die historische Entwicklung des Bereiches SES-NT basiert seit 40 Jahren auf der besonderen Kompetenz in Umgang und Lagerung radioaktiver Abfälle. Bereits seit etwa eineinhalb Jahren koordiniert SES-NT im Auftrag des Energieunternehmens EnBW die Gesamtplanung und Errichtung zweier Reststoffbearbeitungszentren an den Kraftwerksstandorten Neckarwestheim und Philippsburg.

    Nach einem ähnlichen Prinzip ist die SES-NT als Generalplaner für die erweiterte Entwurfsplanung und Kostenschätzung für ein sogenanntes Reststoffbearbeitungszentrum auf dem Gelände des RWE-Kernkraftwerks Emsland in Lingen verantwortlich. „Reststoffbearbeitungszentren sind die zentrale Einheit, in der die Abbruchmassen aus dem Rückbau kerntechnischer Anlagen dekontaminiert, weiter zerlegt und den entsprechenden Entsorgungswegen zugeführt werden“, erklärt der SES-NT-Bereichsleiter.

    Jedes Gramm der beim Rückbau entstehenden Abfälle, die der Atomaufsicht unterliegen, wird durch ein derartiges Reststoffbearbeitungszentrum geschleust. Nach entsprechender Dekontamination und radiologischer Klassifizierung können die Rückbaumassen dann, nach behördlicher Freigabe, konventionell entsorgt oder auf die vorgeschriebenen Entsorgungswege für radioaktiven Abfall gebracht werden.

    Gute Perspektiven

    In Zusammenarbeit mit dem Baukonzern Ed. Züblin AG übernimmt SES-NT die Ausführung, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme der Gewerke für die technische Gebäudeausrüstung und die Krananlagen im Zwischenlager für radioaktive Abfälle am Kernkraftwerk Brunsbüttel, betrieben vom Energieunternehmen Vattenfall. „Mit diesem Auftrag eröffnen wir uns auch noch die Perspektive auf weitere Projekte ähnlichen Zuschnitts, die in den nächsten Jahren ausgeschrieben werden“, erklärt Norbert Schröder. Die Arbeit wird den Spezialisten der SES-NT also so schnell nicht ausgehen.