• DE
  • Strom und Wärme aus Müll

    STEAG baut Abfallverwertungsanlage Velsen im Saarland zur KWK-Anlage aus

    Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sind in Deutschland bereits heute ein wichtiger Beitrag zur Energie- und Wärmewende und werden zur Erreichung der deutschen und europaweiten Klimaziele künftig eine noch größere Rolle spielen. Im Saarland haben die Verantwortlichen des Fernwärme-Verbunds Saar (FVS) GmbH, des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) und der STEAG New Energies (SNE) die Zeichen der Zeit erkannt: Das ohnehin schon hocheffiziente Fernwärmenetz wird nun durch Ausbau und Netzintegration der Abfallverwertungsanlage Velsen noch optimiert. Im Ergebnis wird die ohnehin schon gute Klimabilanz der Fernwärmeschiene Saar zwischen Völklingen und Saarlouis noch einmal deutlich verbessert.

    Rund 20 Millionen Euro investieren die drei Partner – am FVS ist STEAG gemeinsam mit den Stadtwerken Saarbrücken beteiligt – in den Ausbau der Müllverbrennungsanlage zu einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) sowie den Bau einer Anschlussleitung an das Fernwärmenetz des FVS. Durch die sechs Kilometer lange Anschlussleitung an das insgesamt 660 Kilometer umfassende Versorgungsnetz können nach Fertigstellung im Herbst 2022 pro Jahr rund 170.000 Megawattstunden (MWh) Wärme in die Fernwärmeschiene Saar eingespeist werden.

    Investition macht Fernwärme noch klimafreundlicher
    Dank dieser Investition wird der CO2-Ausstoß je Kilowattstunde (kWh) Fernwärme über die gesamte Energieerzeugung hinweg damit künftig bei lediglich etwa 135 Gramm liegen – das ist nur halb so viel wie eine Erdgasheizung bei gleicher Leistung.

    Auch aus einem anderen Grund ist diese Investition zukunftsweisend: Denn auf diese Weise wird gleichzeitig die klimafreundliche Fernwärmeversorgung im Saarland langfristig gesichert. Hintergrund: Für die bisher aus dem STEAG-Kraftwerk in Völklingen-Fenne gelieferte Wärme, das aufgrund des durch die Bundesregierung beschlossenen Kohleausstiegs in einigen Jahren stillgelegt wird, musste Ersatz geschaffen werden – der ist nun gefunden.

    Kooperationspartner Entsorgungsverband Saar
    Die Abfallverwertungsanlage (AVA) Velsen ist Eigentum des Entsorgungsverbandes Saar, einem Zweckverband mehrerer saarländischen Kommunen, und produzierte bislang ausschließlich Strom. Die Idee zum Ausbau zu einer KWK-Anlage wurde von der STEAG an den EVS herangetragen. „Die Herausforderung war zwar komplex, weil der Ausbau im laufenden Betrieb vonstattengehen musste“, erklärt Thomas Billotet, Sprecher der Geschäftsführung der Saarbrücker STEAG New Energies GmbH. „Aber unsere Mitarbeiter haben ein hohes Know-how und sind sehr erfahren. Deshalb haben wir diese Aufgabe auch als Chance gesehen, unsere Kompetenz unter Beweis zu stellen.“

    „STEAG ist ein Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung in Sachen dezentraler und regenerativer Energieerzeugung.“

    Mit dem erfolgreichen Ausbau der AVA zu einer KWK-Anlage profiliert sich STEAG einmal mehr als versierter Partner in technisch ambitionierten Projekten und stellt zugleich unter Beweis, dass die Kompetenzen im Unternehmen über Planung, Errichtung und Betrieb von Großkraftwerken weit hinausgehen. „STEAG ist ein Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung in Sachen dezentraler und regenerativer Energieerzeugung. Wir kooperieren in Deutschland und Europa in großer Zahl mit mittelständischen Unternehmen, Industriebetrieben, Stadt- und Gemeindewerken oder Kommunen und helfen auf diese Weise mit, dass die Energiewende vor Ort tatsächlich gelingen kann“, so Thomas Billotet.

    Kommunaler Partner achtet auf Kosteneffizienz
    Dass die bei der Abfallverbrennung entstehende Wärme nun endlich sinnvoll genutzt wird, freut auch die beiden Kooperationspartner: „Als öffentlicher Zweckverband handeln wir von Hause aus kostenbewusst, denn das sind wir den Gebührenzahlerinnen und -zahlern schuldig“, sagt Georg Jungmann, Geschäftsführer des EVS. Die Nutzung der in der AVA Velsen durch die dortige Abfallverwertung anfallenden Wärme sei aber nicht nur betriebswirtschaftlich sinnvoll, sondern bringe auch erhebliche Vorteile für Klima und Umwelt. „Das zeigt, dass auch die Entsorgungsbranche einen wichtigen Beitrag leisten kann, wenn es um die nachhaltige Umgestaltung unserer Energieversorgung geht“, so EVS-Co-Geschäftsführer Michael Philippi.

    In der Tat: Umgerechnet in zukünftig alljährlich dauerhaft vermiedene CO2-Emissionen, stellt sich die ab Ende 2022 zur Verfügung stehende Wärmeleistung noch einmal eindrucksvoller dar: Laut Umweltbundesamt fallen bei einer Erdgasheizung je erzeugter kWh Wärme 0,247 Kilogramm CO2-Emissionen an. Eine durchschnittliche Wohnung von 75 Quadratmetern Wohnfläche verbraucht pro Jahr im Schnitt 9.500 kWh und ist damit für rund 2,4 Tonnen CO2-Emissionen im Jahr verantwortlich.

    Jährliche CO2-Ersparnis von 42.000 Tonnen
    Im Vergleich zu einer Erdgasheizung spart die künftig nutzbar gemachte Velsener Fernwärme annähernd 42.000 Tonnen CO2-Emissionen ein. Damit ließen sich rechnerisch bis zu 17.500 Wohnungen lokal emissionsfrei mit Wärme und warmem Wasser versorgen. Schon jetzt werden über die Fernwärmeschiene Saar 784 Gigawattstunden Wärme erzeugt. Das entspricht rein rechnerisch dem Bedarf von rund 53.000 Einfamilienhäusern.

    „Wir sorgen vor, dass die Saar auch nach dem Ende der Energiegewinnung aus Kohle verlässlich und umweltverträglich mit Wärme versorgt wird.“

    „Mit diesem Projekt zeigen wir, dass es auch unter schwierigen Bedingungen möglich ist, eine aus ökonomischer wie ökologischer Sicht lohnende Idee in die Tat umzusetzen“, sagt Thomas Billotet. „Und wir sorgen vor, dass die Saar auch nach dem perspektivischen Ende der Energiegewinnung aus Kohle verlässlich und umweltverträglich mit Wärme versorgt wird.“ Und zu guter Letzt macht das Projekt auch dem Motto, unter dem alles unternehmerische Handeln der STEAG steht, alle Ehre: „Wir sorgen für sichere Energie. Jetzt und in Zukunft.“