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  • Ein Blick in die Zukunft der Energieversorgung

    STEAG vernetzt für die TU Darmstadt Strom, Wärme und Kälte

    Intelligent, flexibel und effizient – so müssen wirtschaftliche und ressourcenschonende Lösungen in der Energieversorgung heute konzipiert sein, um auch morgen noch am Markt bestehen zu können. Für die Technische Universität (TU) Darmstadt hat die STEAG New Energies GmbH gemeinsam mit dem lokalen Energieversorgungsunternehmen ENTEGA AG den Blick in die Zukunft eröffnet: Für den Großkunden vernetzen die Energiefachleute die Themen Strom, Wärme und Kälte optimal – und setzen so einen neuen Maßstab in der Sektorkopplung.

    „Schauen wir auf dieses Projekt, blicken wir in die Zukunft unserer Energieversorgung“, sagt Joachim Rumstadt, der Vorsitzende der Geschäftsführung der STEAG GmbH. „Diese Form der Sektorkopplung ist ein relevanter Beitrag, damit die Energiewende gelingt.“

    Knapp drei Jahre Planungs- und Bauzeit benötigte das Team der STEAG New Energies (SNE), das bereits seit fast 20 Jahren im Rahmen eines sogenannten Energie-Contractings als Dienstleister für die Universität Darmstadt tätig ist, um das bestehende System zu modernisieren und zu erweitern. „Jetzt werden im Gesamtsystem jährlich etwa 54.000 Megawattstunden (MWh) Strom, 62.000 MWh Wärme und 5.000 MWh Kälte verbraucht. Das entspricht dem Energiebedarf einer Kleinstadt“, sagt Michael Stapf, Leiter des Kraftwerks auf dem Universitätsgelände.

    Für eine ressourcenschonende und wirtschaftliche Strom- und Wärmeversorgung bauten die Ingenieure eine neue Energiezentrale samt Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von 3,25 Megawatt (MW) und modernisierten zwei ältere BHKWs mit jeweils 2 MW. Zusätzlich wurde die TU über eine rund zwei Kilometer lange Wärmetrasse mit dem Fernwärmenetz der ENTEGA verbunden. Für den dritten Sektor Kälte installierten die Mitarbeiter der SNE eine Absorptionskältemaschine mit 1 MW Leistung sowie zwei Kältespeicher. Die Zuleitung in die einzelnen Gebäude auf dem Campus Lichtwiese erfolgt über ein ebenfalls neuinstalliertes Kältenetz mit einer Länge von 1,5 Kilometern.

    Mit modernen Mess- und Überwachungstechniken steuern Michael Stapf und seine vier Mitarbeiter von der neuen Energiezentrale aus nun seit sechs Monaten Strom-, Wärme- und Kältefluss in Hörsälen, Laboren sowie Server- und Rechnerräumen. Darüber hinaus wird aus der Zentrale heraus die Fernwärmeversorgung für das Hochschulstadion, den Botanischen Garten, den Bereich Stadtmitte, das Justizzentrum, das Regierungspräsidium, das Hessische Landesmuseum sowie für das Finanzamt überwacht – CO2-neutral und umweltschonend versorgt von einem nur wenige Kilometer entfernten Müllheizkraftwerk mit einer Einspeisung von 30.000 MWh Wärme pro Jahr.

    „Das System läuft jetzt rund ein halbes Jahr ohne nennenswerte Störungen im Praxisbetrieb. Wir haben nur in der Programmierung an einigen Stellen nacharbeiten müssen. Das ist für eine komplett neue Anlage ein sehr gutes Ergebnis“, berichtet der 45-Jährige. Die durchweg positive Bilanz freut den ausgebildeten Elektromeister, weil Kälteversorgung für STEAG ein relativ neues Betätigungsfeld ist – erst seit Januar dieses Jahres gehört die Krantz GmbH mit Sitz in Aachen als führender Anbieter in der Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Vermarktung von technisch anspruchsvollen Luftführungs-, Heiz-, Kühl- und Reinraumsystemen zum STEAG-Konzern. „Die Kälteanlagen haben sich problemlos in die Gesamtanlage integrieren lassen“, so Michael Stapf. „Das ist besonders für die Kühlung der Server- und Rechnerräume der Universität wichtig.“

    Jetzt, da das System stabil arbeitet, konzentrieren sich Michael Stapf und seine Mitarbeiter auf die Instandhaltung und Wartung. „Um unsere Dienstleistung 365 Tage im Jahr garantieren zu können, müssen wir das System ständig überprüfen. Die Kältemaschine zum Beispiel muss zweimal im Jahr gewartet, bei den Heizkesseln muss zweimal im Jahr der TÜV abgenommen werden. Das muss innerhalb des laufenden Betriebs entsprechend organisiert werden.“

    Und auch über die Zukunft denkt der Kraftwerksleiter bereits nach: „Die nächste Ausbaustufe ist für 2022 geplant. Bis zu diesem Zeitpunkt werden wir festgestellt haben, wie groß der Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten sein wird.“ Die derzeitigen Planungen sehen vor, dass die Verbräuche in den kommenden 15 Jahren auf etwa 63.000 MWh Strom, 80.000 MWh Wärme und 12.000 MWh Kälte ansteigen werden.