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  • STEAG Energy Services erhält bedeutenden Auftrag in der Schweiz

    Dienstleistungstochter der STEAG fokussiert sich erfolgreich auf den Wachstumsmarkt „Rückbau kerntechnischer Anlagen“

    Die STEAG Energy Services (SES), Dienstleistungstochter der STEAG GmbH, zerlegt gemeinsam mit dem Unternehmen Kraftanlagen Heidelberg das technische Herzstück des Schweizer Kernkraftwerks Mühleberg (KKM): die Kerneinbauten des Reaktordruckbehälters.

    „Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das die Betreibergesellschaft des Kraftwerks Mühleberg unserer technischen Kompetenz und unserer jahrelangen Erfahrung in diesem sensiblen Bereich entgegenbringt“, sagt Norbert Schröder, Bereichsleiter Nuclear Technologies. Der Auftrag in niedriger zweistelliger Millionenhöhe bestätigt die strategische Ausrichtung von STEAG auf den Wachstumsmarkt Rückbau kerntechnischer Anlagen. In Deutschland gehen bis Ende 2022 per Gesetz alle Atomkraftwerke aus dem Markt. Zugleich werden zahlreiche Anlagen im europäischen Ausland in den kommenden Jahren vom Netz genommen, weil die Technik, zumeist noch aus den 1970er-Jahren, ausgedient hat.

    „Aus diesem Grund haben wir das Thema Rückbau gezielt in den Fokus gerückt“, erklärt Dr. Ralf Schiele, Vorsitzender der Geschäftsführung der SES. Flankiert wurde die strategische Ausrichtung bei STEAG vor einem Jahr mit dem Zukauf der Firma Krantz. Das Aachener Traditionsunternehmen hat sich mit der Lüftung nuklearer Anlagen einen Namen in der Branche gemacht. „Mit dem über Jahrzehnte aufgebauten Know-how im Bereich Nuclear Technologies und den Kompetenzen, die die Kolleginnen und Kollegen von Krantz nun zusätzlich einbringen, konnten wir unsere Marktposition im Feld rückbaunaher Dienstleistungen erfolgreich ausbauen“, sagt Norbert Schröder.

    Zurzeit unterstützt SES zum Beispiel den Karlsruher Energieversorger EnBW beim Rückbau des Kernkraftwerkes Philippsburg mit dem Bau eines Reststoffbearbeitungszentrums und eines Standortabfalllagers, in denen die Reststoffe und Abfälle aus dem Rückbau behandelt und zwischengelagert werden. Bereits seit Jahren arbeiten STEAG und Kraftanlagen Heidelberg in China erfolgreich zusammen.

    Expertise in einem sensiblen Markt, in dem viel Spezialwissen und große Erfahrung eine wichtige Rolle spielen – so auch bei der Auftragsvergabe in der Schweiz. Das Kernkraftwerk Mühleberg liegt 14 Kilometer westlich von Bern und soll planmäßig Ende 2019 vom Netz gehen. Der Rückbau beginnt dann im Jahr 2020.

    Bei dem Auftrag der Betreibergesellschaft BKW, einem international tätigen Energie- und Infrastrukturunternehmen, handelt es sich um eine technisch anspruchsvolle Aufgabe: Die Kerneinbauten des 1972 in Betrieb genommenen Kraftwerks sind radioaktiv belastet und müssen unter Wasser zerlegt werden. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Plasmabrenner, um die großen Metalleinbauten ferngesteuert zu zerteilen. Anschließend werden SES und Kraftanlagen Heidelberg die demontierten Teile für den Abtransport zur Zwischenlagerung verpacken. Die Zwischenlagerung der demontierten Teile erfolgt im zentralen Schweizer Zwischenlager ZWILAG, das in den 1990er-Jahren unter maßgeblicher Beteiligung der SES errichtet wurde. Der Rückbau der Kerneinbauten soll 2020 beginnen und dauert voraussichtlich zwei Jahre.