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  • Walsum 10 ist eines der effizientesten Steinkohlekraftwerke Europas

    Kohleverstromungsbeendigungsgesetz lässt keine verlässliche Prognose für Anlage zu

    In Duisburg-Walsum betreibt STEAG gemeinsam mit dem niederösterreichischen Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen EVN das hocheffiziente Steinkohlekraftwerk Walsum 10. Müsste die Anlage gemäß dem Kohleverstromungsbeendigungsgesetz zwangsweise abgeschaltet werden, gingen Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe verloren.

    Walsum 10 wurde 2013 in Betrieb genommen und ist mit einer elektrischen Bruttoleistung von 790 Megawatt sowie einem Wirkungsgrad von mehr als 45 Prozent bis heute eines der effizientesten Steinkohlekraftwerke Europas. Rund 820 Millionen Euro investierten STEAG und EVN vor sieben Jahren in den Neubau des Steinkohleblocks. Zum Vergleich: Steinkohlekraftwerke in Deutschland haben im Durchschnitt einen Wirkungsgrad von 38 Prozent, weltweit beträgt der Wirkungsgrad sogar nur etwa 30 Prozent.

    Das aufwändigste Einzelbauteil des Kraftwerks ist der rund 106 Meter hohe Großdampferzeuger (Kessel). Im Großdampferzeuger wird künftig extrem heißer (über 600 Grad Celsius) und unter sehr hohem Druck (ca. 274 bar) stehender Wasserdampf erzeugt. Der Dampf strömt anschließend in eine Turbine, ein angeschlossener Generator wandelt die Bewegungsenergie in elektrische Energie um. Rund 9.900 Tonnen Stahl wurden dort verbaut, die Gesamtlänge der Rohrleitungen beträgt etwa 450 km, insgesamt 35.000 Schweißnähte mussten am Druckteil gesetzt werden.

    Härtefallregelung - aber was genau heißt das?
    Durch das nun beschlossene Kohleverstromungsbeendigungsgesetz gehört Walsum 10 zu den Kraftwerken, für die die darin enthaltene Härtefallregelung angewendet werden könnte: Diese soll für junge Steinkohleanlagen gelten, die bis zu den Zeitpunkten der gesetzlich vorgesehenen Evaluierungen in den kommenden Jahren weder eine Entschädigung im Wege der Ausschreibung erhalten haben noch Förderprogramme zur Umrüstung nutzen konnten. Vorgesehen sind dann laut Gesetzestext eine EU-beihilferechtskonforme Entschädigung oder „wirkungsgleiche Maßnahmen". Was das konkret für den Fortbestand von Walsum 10 bedeutet, ist dem Gesetz bedauerlicherweise nicht konkret zu entnehmen.

    „Zwangsabschaltung bedroht Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe“

    „Es ist offensichtlich, dass hier bei einer zwangsweisen Abschaltung Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe verloren gehen würden“, sagt, Joachim Rumstadt, Vorsitzender der STEAG-Geschäftsführung. „Und im Hinblick auf die unklaren Formulierungen im Kohleverstromungsbeendigungsgesetz haben wir die berechtigte Sorge, dass dies nicht angemessen kompensiert wird.“