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  • STEAG stellt Weichen für Versorgungssicherheit

    Zwei neue Heizwerke sollen künftig den Fernwärme-Verbund Saar versorgen

    Um die Wärmeversorgung und Warmwasseraufbereitung der Kunden des Fernwärme-Verbunds Saar (FVS) langfristig zu sichern, will STEAG in zwei neue Heizwerke an den Standorten Völklingen und Saarlouis investieren. Jüngst hatte der Völklinger Stadtrat einstimmig einen entsprechenden Planungsbeschluss gefasst und damit wichtige Weichen für das Projekt gestellt.

    Die insgesamt rund 19 Kilometer lange Fernwärmeschiene ist mit einem jährlichen Wärmeabsatz von 660.000 Megawattstunden (MWh) einer der größten Fernwärmeverbünde Deutschlands. Weil 99 Prozent dieser Wärme mittels Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren (KWK) oder aus nutzbar gemachter industrieller Abwärme stammen, ist die Fernwärmeversorgung besonders ressourcen- und damit klimaschonend.

    Kollateralschaden durch Kohleausstieg?

    Wegen des Ausstiegs aus der Steinkohleverstromung wird die Wärmeauskopplung der STEAG-Kraftwerke am Standort Völklingen-Fenne allerdings perspektivisch nicht mehr zur Verfügung stehen. Deshalb will STEAG nun in alternative Erzeugungskapazitäten investieren, um die Fernwärmeversorgung im Saarland langfristig zu sichern. Dazu zählt neben der geplanten Errichtung der beiden neuen, erdgasbefeuerten Heizwerke auch die Erschließung der Abwärmepotenziale der Abfallverwertungsanlage (AVA) am nicht weit vom STEAG-Standort gelegenen Standort Velsen.

    „Das garantiert den Fernwärmekunden ein klimafreundliches, weil ressourcenschonendes Produkt mit niedrigem Primärenergiefaktor.“

    „Dazu wird eigens eine neue, sechs Kilometer lange Verbindungsleitung entstehen. Darüber wird künftig klimafreundliche Abwärme aus der AVA für die Fernwärmeversorgung nutzbar gemacht. Das garantiert den Fernwärmekunden ein klimafreundliches, weil ressourcenschonendes Produkt mit niedrigem Primärenergiefaktor. Auch dieses Vorhaben ist in der Planung weit fortgeschritten, die Genehmigungs- und Vergabeverfahren sind angestoßen“, sagt Thomas Billotet, Sprecher der Geschäftsführung der in Saarbrücken ansässigen STEAG New Energies GmbH (SNE).

    STEAG denkt voraus

    STEAG nimmt sich damit vorausschauend eines großen Problems an, das sich nach aktuellem Stand aus dem derzeit im Bundestag beratenen Entwurf des „Kohleverstromungsbeendigungsgesetz“ (KVBG-E) ergibt, sofern die vielstimmige Kritik an der vorliegenden Fassung des Gesetzesvorhabens nicht doch noch Gehör bei den Parlamentarierinnen und Parlamentariern findet. „Der vorliegende Gesetzentwurf ignoriert den dringenden Bedarf für Ersatzinvestitionen bei der Wärmeversorgung, wenn Steinkohlekraftwerke, die neben Strom im KWK-Verfahren zugleich auch Wärme erzeugen, in Zukunft vom Netz gehen“, erläutert Joachim Rumstadt. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der STEAG GmbH hatte unter anderem diesen Kritikpunkt jüngst auch im Rahmen einer Expertenanhörung im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestags ausgeführt und Nachbesserungen am Gesetzentwurf angemahnt. Zuspruch erhielt er gerade in diesem Punkt auch von Umweltverbänden sowie dem Bundesverband der Wasser- und Energiewirtschaft (BDEW) und dem Verband Kommunaler Unternehmen (VKU).

    „Allerdings erkennen wir den in den WSB-Empfehlungen klar gesetzten Schwerpunkt ‚Sicherung der Wärmeversorgung‘ im Gesetzesentwurf nicht. Das ist sehr bedauerlich.“

    Tatsächlich hatte die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (WSB), die Anfang vergangenen Jahres eine Empfehlung vorgelegt hatte, wie der Ausstieg aus der Kohleverstromung im Konsens aller Beteiligten gesetzlich geregelt werden sollte, auch zu diesem Aspekt entsprechende Vorschläge unterbreitet. „Allerdings erkennen wir den in den WSB-Empfehlungen klar gesetzten Schwerpunkt ‚Sicherung der Wärmeversorgung‘ im Gesetzesentwurf nicht. Das ist sehr bedauerlich“, so Thomas Billotet.

    Mehr Abwärmenutzung: Politik ist gefordert

    Der SNE-Geschäftsführer weist ferner darauf hin, dass längs der Fernwärmeschiene noch eine ganze Reihe weiterer Unternehmen ansässig ist, bei denen nach dem Vorbild der AVA Velsen ebenfalls Abwärme zugunsten der Fernwärmeversorgung erschlossen werden könnte. „Der mit Blick auf Klima und Umwelt wünschenswerte Nutzen einer solchen Erschließung ist jedoch über die Erlöse aus der Wärmeversorgung nicht auskömmlich finanzierbar.“ Hier brauche es weitere gesetzliche Instrumente, um zu Lösungen zu kommen, so Thomas Billotet.

    Bis dies zukünftig hoffentlich der Fall sein wird, übernimmt STEAG schon heute selbstverständlich Verantwortung und sorgt mit der geplanten Errichtung der beiden neuen Heizwerke sowie der Abwärmeerschließung der AVA Velsen dafür, dass die Menschen an der Saar nicht unverschuldet die Folgen eines unausgereiften Gesetzeswerks zu spüren bekommen.