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  • Eine beispielhafte Kooperation

    STEAG entwickelte den Industriepark Dorsten/Marl zu einem Vorzeigestandort im nördlichen Ruhrgebiet

    Ob Batteriespeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes, findige Reststoffverwertung aus dem Kraftwerksbetrieb oder CO2-neutrale Stromerzeugung durch Abfallverbrennung – immer wieder stellt STEAG ihre Innovationskraft unter Beweis. Im Industriepark Dorsten/Marl macht das Essener Energieunternehmen als erfolgreicher Standortentwickler von sich reden.

    Die Planung für das rund 70 Hektar umfassende Areal stand eigentlich schon fest und war längst ausgearbeitet: Ein Steinkohle-Kraftwerk sollte an der Stadtgrenze Dorsten/Marl im Kreis Recklinghausen entstehen. Nachdem sich jedoch abzeichnete, dass die Nordwanderung des Bergbaus im Ruhrgebiet ins Stocken gerät, gab STEAG die Planung zu Beginn der 1990er-Jahre auf. Der Kraftwerksneubau wurde zu den Akten gelegt. Doch was mit dem knapp 100 Fußballfelder großen Gelände anfangen?

    „Als Grundstückseigentümerin mussten wir einen Ansatz zur Nutzung der Fläche finden. In den Gesprächen, die wir mit den Vertretern der Städte Dorsten und Marl geführt haben, wurde schnell klar: Eine Ansiedlung von Industrie wäre sinnvoll. Die Region brauchte entsprechende Fläche“, sagt Joachim Rumstadt, Vorsitzender der STEAG-Geschäftsführung. Aber die Ressourcen der Kommunen zur Entwicklung des Areals waren begrenzt. „Insbesondere Flächen für großflächige Industrieansiedlungen unterliegen einem enormen regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerbsdruck. Druck, der mit klassischen Methoden der Wirtschaftsförderung nicht bewältigt werden kann“, sagt STEAG-Manager Klaus Langenberg, Geschäftsführer der Projektgesellschaft Industriepark Dorsten/Marl.

    STEAG ist als langjähriger Partner von Kommunen erfahren in interkommunalen Projekten und verfügt über branchenübergreifende Kontakte. Also gründeten der Grundstückseigentümer und die Städte Dorsten und Marl kurzerhand die Projektgesellschaft Dorsten/Marl GmbH. Zielsetzung: Mittels eines aktiven Standortmarketings einen Industriepark zu entwickeln, in dem sich ein möglichst breit angelegter Branchen-Mix aus Unternehmen ansiedelt – und dabei im nördlichen Ruhrgebiet dringend benötigte neue Arbeitsplätze schafft.

    Gesagt, getan: Im Jahr 2000 stand der interkommunale Bebauungsplan für das attraktive Gebiet zwischen Bundesstraße 225, Autobahn 52 und Wesel-Datteln-Kanal. 2005 war die Erschließung des Industriegebietes, das mit Bundes- und Landesmitteln gefördert wurde, bereits abgeschlossen. Und seit 2016 ist der Industriepark Dorsten/Marl voll vermarktet. Insgesamt 13,7 Millionen Euro investierte STEAG, 3,7 Millionen Euro steuerten der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen an Fördermitteln bei.

    Wer heute von der B 225 kommend in den Industriepark abbiegt, bekommt einen sehr guten Eindruck davon, wie sinnvoll dieses Geld angelegt ist: Auf der einen Seite leuchten beispielsweise die grünen Tanks der AGRAVIS Raiffeisen AG, die hier eine industrielle Biogasanlage betreibt. Noch etwas höher ragen die weiß-blauen Gasbehälter der Linde AG in den Himmel, die hier ihr weltweit modernstes Füllwerk für Industriegase angesiedelt hat. Insgesamt 20 Unternehmen lotsten STEAG und die beiden Städte auf das Areal zwischen Dorsten und Marl. Die so angesiedelten Unternehmen wiederum investierten ihrerseits rund 230 Millionen Euro und schufen dabei mehr als 1.500 Arbeitsplätze.

    „Rechnet man Zulieferer und Dienstleister hinzu, kommen wir auf einen Arbeitsmarkteffekt von über 2.000 Stellen“, sagt Klaus Langenberg. Und auch die Zielsetzung eines möglichst breiten Ansiedlungsspektrums wurde erreicht: Vom Autoreifen-Recycler bis zum Mineralwasser-Produzenten, von einer Kaffeerösterei bis zum Logistikzentrum. „Das ist ein gesunder Mix von Branchen, der dieses Industriegebiet besonders krisenfest macht“, stellt Joachim Rumstadt zufrieden fest und sieht das Engagement der STEAG bestätigt. „Die hier gewonnenen Erfahrungen, Erkenntnisse und Kontakte helfen uns jetzt schon bei den Überlegungen zur Nachnutzung der Kraftwerksstandorte Voerde und Lünen.“

    Kein Wunder, dass sich auch die Politik für diese Initiative begeistert: „Beispielhaft“, nannte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) die Initiative von STEAG und den Städten Dorsten und Marl kürzlich bei einem Besuch. „Der Industriepark Dorsten/Marl steht vorbildlich dafür, wie Städte im Ruhrgebiet mit dem Strukturwandel umgehen können: interkommunal, pragmatisch und mit Innovationsgeist.“ Als besonders erfreulich bewertete der Minister, „dass sich im Industriepark auch innovative, junge Unternehmen angesiedelt haben, die den Wert guter Arbeit zu schätzen wissen und ihre Mitarbeiter fair und tarifgebunden entlohnen.“ Insbesondere die Entwicklung von Industriearbeitsplätzen sei in der Emscher-Lippe-Region von großer Bedeutung, ergänzte Laumann.

    Bilder: Udo Geisler