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  • STEAG — dezentral stark

    STEAG New Energies betreibt deutschlandweit mehr als 200 lokale Anlagen / Dezentrale Energieerzeugung und erneuerbare Energien liefern ein Drittel des Konzernergebnis

    Dezentral und erneuerbar – das sind zwei der bestimmenden Erzeugungstrends auf dem Energiemarkt der Zukunft. Strom und Wärme werden nicht mehr nur in Großkraftwerken produziert, sondern vielfach in kleineren Energieanlagen. Das STEAG-Tochterunternehmen STEAG New Energies GmbH bewegt sich seit Jahrzehnten in diesem Segment – und zwar erfolgreich: Im Geschäftsjahr 2017 trugen dezentrale Energieerzeugung und erneuerbare Energien bereits ein Drittel zum Konzernergebnis bei.

    Mehr als 200 Anlagen betreibt STEAG deutschlandweit im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien und Dezentrale Energieerzeugung, die zuletzt rund 65 Millionen Euro zum Gesamtergebnis beisteuerten. Darunter finden sich mehr als 100 Heizkraftwerke, außerdem ist STEAG in Deutschland Marktführer im Bereich der geothermischen Wärmeversorgung, einer der größten deutschen Betreiber von Biomasse-Heizkraftwerken und führend in der energetischen Verwertung von Grubengas. „In der Ausgestaltung des Bereichs dezentrale Energien wird auch in Zukunft ein Schwerpunkt unseres Wachstums liegen“, sagt Joachim Rumstadt, Vorsitzender der STEAG-Geschäftsführung. „Durch die technologischen Entwicklungen werden dezentrale Versorgungssysteme flexibler einsetzbar und damit auch wettbewerbsfähiger – sowohl in der Strom- wie auch in der Wärmeerzeugung.“

    Die Zukunft liegt in der Speichertechnologie

    „Die Energieerzeugung von morgen ist dezentral“, sagt auch Prof. Dr. Peter Wasserscheid. Er leitet den Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist Gründungsdirektor des Helmholtz-Instituts für Erneuerbare Energien in Erlangen-Nürnberg. „Die Frage, ob eine dezentrale Energieversorgung funktioniert oder nicht, steht meiner Meinung nach nicht mehr im Vordergrund. Technologisch haben wir schon einiges in der Hand.“

    Wichtig für den Einsatz dezentraler Energien in der Gesamtenergieversorgung sind nach Auffassung des Wissenschaftlers auch Speichertechnologien wie beispielsweise die fünf Großbatterien mit einer Gesamtleistung von 90 Megawatt, die STEAG in Nordrhein-Westfalen und im Saarland installiert hat. „Die künftige Bedeutung von Speichertechnologien ist unumstritten, denn nur Speicher können Stromüberschüsse aus Erneuerbaren in gesicherte Leistung für die Zeit umwandeln, in der keine Stromerzeugung aus Sonne oder Wind möglich ist“, so Prof. Dr. Peter Wasserscheid, der mit seinem Team an Technologien zum Speichern von Strom arbeitet – unter anderem soll regenerativ erzeugter Strom über Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt werden. Dieser Wasserstoff lässt sich dann in unterschiedlichen Formen speichern, wieder verstromen, aber auch als Treibstoff für den Verkehr nutzen, etwa für Brennstoffzellenautos. „Denn schließlich beschränkt sich der Begriff der dezentralen Energieversorgung nicht nur auf die Stromerzeugung, sondern auch auf den Wärmemarkt und die Mobilität“, so Professor Wasserscheid.

    Ein Blick in die Energiezentrale der Ford-Werke Saarlouis

    Dr. Markus Laukamp, der gemeinsam mit Dirk Klingen und Thomas Billotet die Geschäfte der STEAG New Energies (SNE) führt, hat in den vergangenen Jahren erlebt, wie tiefgreifend die dezentrale Erzeugung speziell den deutschen Energiemarkt verändert hat. „Die Dezentralisierung hat eine neue Dynamik mit sich gebracht. Deshalb müssen wir als Anbieter von dezentraler Energieerzeugung sehr viel stärker als bisher in der Lage sein, maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, die über die reine Energieerzeugung hinausgehen. Neben diesen innovativen Geschäftsmodellen, die spezifisch auf die Kunden zugeschnitten sein müssen, gilt es auch, in höheren Umsetzungsgeschwindigkeiten als bislang zu denken.“

    Wie sich derartige innovative Geschäftsmodelle zügig umsetzen lassen, hat SNE eindrucksvoll mit dem Bau einer Energiezentrale für die Ford-Werke in Saarlouis demonstriert. In dem Werk werden sämtliche Modelle des Mittelklasse-Pkw Ford Focus für den europäischen Markt gefertigt. Lediglich ein Jahr hatten die SNE-Mitarbeiter Zeit, eine neue Energiezentrale mit fünf Blockheizkraftwerken und einer Gesamtleistung von 20 MW Heizwärme und 22 MW elektrischer Energie zu bauen. Das Bauvorhaben ist das Herzstück eines umfassenden Energiekonzepts, mit dem SNE und Ford gemeinsam langfristig die dezentrale Versorgung des Werks mit Strom und Wärme optimieren. STEAG New Energies übernahm bei diesem Projekt nicht nur die Planung, den Bau und die Finanzierung der Energieversorgung, SNE hat die Betriebsführung und Überwachung der Anlagen ferngesteuert über die Zentralstation des Unternehmens in Saarlouis übernommen.

    Auch Kommunen zählen auf das Know-how der STEAG New Energies: Erst im April dieses Jahres hat das Unternehmen im sächsischen Gröditz nahe Meißen ein neues Blockheizkraftwerk, das mittels Kraft-Wärme-Kopplung sowohl Strom als auch Wärme erzeugt, in Betrieb genommen. Während die so erzeugte Fernwärme Mieter von drei Gröditzer Wohnungsgesellschaften sowie weitere öffentliche und private Einrichtungen versorgt, wird der Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Angegliedert ist außerdem ein benachbartes Schmiedewerk – im Sommer geht dessen Abwärme ins Fernwärmenetz, im Winter nutzen die Schmiedewerke ihre Abwärme zum Heizen der eigenen Gebäude. Eine smarte Kombination, die viel Energie einspart.

    Nachfrage nach hochfunktionalen dezentralen Energieanlagen steigt

    SNE-Geschäftsführer Dr. Markus Laukamp beobachtet ein steigendes Bewusstsein für die vielfältigen Möglichkeiten von dezentraler Energie: „Die Nachfrage nach hochfunktionalen dezentralen Energieanlagen, wie wir sie als Spezialisten für die Planung und Errichtung von Energieerzeugungs- und -verteilanlagen bauen, steigt.“ Konkret lässt sich das auch am Geothermie-Projekt der STEAG im bayerischen Erding ablesen. Dort werden mit 65 Grad heißem Thermalwasser zwei Geoheizwerke mit angeschlossener Fernwärmeversorgung betrieben, die wiederum öffentliche Gebäude, Einfamilienhäuser, Betriebe und das Thermalbad ,Therme Erding’ mit Erdwärme aus 2.350 Metern Tiefe versorgen. Etwa zehn Prozent der Erdinger Bürger beziehen inzwischen lokale Geothermiewärme. „Nach ursprünglicher Planung sollten dort heute rund 30 MW Wärmeabnahme angeschlossen sein“, so der SNE-Geschäftsführer. „Inzwischen erzeugen wir aber bereits 70 MW pro Jahr, was auf die flexible und chancenorientierte Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Erding zurückzuführen ist.“

    Mit Blick auf den bisherigen Erfolg sieht Joachim Rumstadt, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Konzernmutter STEAG GmbH, eine positive Entwicklung für das Tochterunternehmen: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird fortschreiten. Dank unseres Know-hows und unserer Flexibilität werden wir unsere Chancen in diesem Markt zu nutzen wissen. Auf dieser Basis sehen wir ein hohes Wachstumspotenzial für STEAG New Energies.“