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  • Neue Perspektiven für Duisburg-Walsum

    STEAG und EVN einigen sich auf ein Ende der Kooperation beim jungem Steinkohlekraftwerk von STEAG

    Die Energieversorgung Niederösterreich AG (EVN) und STEAG haben sich darauf verständigt, die bisherige Zusammenarbeit beim Betrieb des Kraftwerks Walsum 10 in Duisburg zu beenden. STEAG hat die bisher von EVN gehaltenen Gesellschafteranteile an der Betriebsgesellschaft übernommen. Zugleich haben sich beide Partner auf die Aufhebung der ursprünglich noch bis Anfang der 2030er-Jahre laufenden Stromlieferverträge verständigt.

    EVN und STEAG zeigen sich mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. Über die Details der im besten Einvernehmen geschlossenen vertraglichen Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.

    Mehr Gestaltungsspielraum für STEAG in Walsum
    Fest steht aber: Das nun getroffene Übereinkommen sorgt für einen deutlichen Liquiditätszufluss bei STEAG und eröffnet dem Unternehmen darüber hinaus mehr Flexibilität bei der künftigen Gestaltung des Kraftwerksstandorts Walsum: „Mit dem Ausscheiden der EVN kann STEAG die Zukunft von Walsum 10 nun flexibler planen. Das eröffnet uns zusätzliche Entscheidungsspielräume“, sagt Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung der STEAG GmbH.

    „Wir waren beim eigenen Kohleausstieg schneller, als uns viele zugetraut haben.“

    Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführer der STEAG GmbH.

    So werden in dem Essener Energieunternehmen für das steinkohlebefeuerte Kraftwerk zurzeit intern Brennstoffwechsel von Steinkohle zu Biomasse beziehungsweise Holzpellets diskutiert. Damit könnte der endgültige Abschied der STEAG von der Energieerzeugung aus Steinkohle bereits in absehbarer Zeit vollzogen sein. Schon heute steht fest, dass alle anderen inländischen STEAG-Kraftwerke bis spätestens Herbst 2022 nicht mehr am Marktgeschehen teilnehmen werden. „Damit hat STEAG sich schneller und erfolgreicher auf die neuen Marktbedingungen eingestellt, als vermutlich viele Marktbeobachter uns zugetraut haben“, bilanziert Joachim Rumstadt die positive Entwicklung der vergangenen Monate.
     

    „Wir setzen in Walsum auf Wasserstoff und Batteriespeicher.“

    Dr. Ralf Schiele, Geschäftsführer Markt und Technik bei der STEAG GmbH.

    Das Steibkohlekraftwerk Walsum 10 ist 2012 in Betrieb gegangen. Die Anlage mit einer Leitung von 790 Megawatt (MW) gehört damit zu den sogenannten jungen Steinkohlekraftwerken. Zu ihnen gehören alle Anlagen, die 2010 oder später in Betrieb gegangen sind. Für sie stellt das Gesetz über den Kohleausstieg in Deutschland (KVBG) die Möglichkeit von Stillegungen per Sonderreglung vor. Wie eine solche Regelung aussehen könnte, hat der Gesetzgeber bisher nicht ausgeführt.

    Walsum 10 wird nach 2022 das einzige Steinkohlekraftwerk von STEAG sein, das noch am Markt ist. Damit hat STEAG den eigenen Kohleausstieg schneller und erfolgreicher vollzogen als vielfach erwartet worden war.

    STEAG plant am Standort Duisburg-Walsum die Energiezukunft: Eine Wasserelektrolyse soll helfen, Europas größten Stahlstandort CO2-fei zu machen, ein Großbatteriespeichersystem wird dabei unterstützen, indem es Grünstrom aus regenerativen Energien kontinuierlich zur Verfügung stellt. Und für das Kraftwerk Walsum 10 prüft STEAG gerade die Option eines Brennstoffwechsels hin zu Biomasse bzw. Holzpellets.

    Grundsätzlich plant STEAG für den Kraftwerksstandort Duisburg-Walsum eine energiewirtschaftliche Folgenutzung. „Neben der Planung einer Wasserelektrolyse zur Erzeugung von grünem Wasserstoff zur Versorgung des nahegelegenen Stahlwerks von Thyssenkrupp gibt es Überlegungen, eine Großbatterie zur Speicherung und Vermarktung von Grünstrom in Walsum zu bauen“, sagt STEAG-Geschäftsführer Dr. Ralf Schiele, der für die Bereiche Markt und Technik verantwortlich zeichnet.

    Grüner Wasserstoff für grünen Stahl aus Duisburg
    In der Kombination sollen beide Projekte mittel- und langfristig dazu beitragen, Europas größten Stahlstandort zu dekarbonisieren und weitere Industriebetriebe mit klimafreundlichem Wasserstoff zu versorgen. „Damit leisten wir einen relevanten Beitrag zum erfolgreichen Gelingen der Energiewende“, unterstreicht Ralf Schiele die große Rolle, die STEAG dank ihres technischen und energiewirtschaftlichen Know-hows bei der Transformation nicht nur des eigenen Hauses, sondern in der deutschen Energiewirtschaft insgesamt zu spielen vermag.

    Neugierig auf Wasserstoff?

    Hören Sie rein in eine Folge des STEAG-Podcasts "Energiegeladen" ...

    Gemeinsam mit unseren Patnern von thyssenkrupp stellen wir im Gespräch die Planungen für den HydrOxy Hub in Walsum vor: Das Gemeinschaftsprojekt befasst sich mit dem Bau einer Wasserelektrolyse mit einer Kapazität von bis zu 500 MW auf dem STEAG-Gelände in Duisburg und soll dem nahegelegenen Stahlwerk von thyssenkrupp Steel mit grünem Wasserstoff und Sauerstoff dienen.