• DE
  • Von Meilensteinen und Erfolgsgeschichten

    Kraftwerksneubau Herne schreitet voran // PV-Geschäft expandiert stetig // Neuer Eigentümer für die Power Minerals

    Auch im operativen Geschäft macht STEAG erkennbar Fortschritte: Im Großprojekt des neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks in Herne wurde im September ein weiterer, wegweisender Meilenstein erreicht, die PV-Tochter von STEAG geht eine maßgebliche Kooperation zur Erschließung neuer Märkte ein und mit der Trennung von der bisherigen Tochtergesellschaft STEAG Power Minerals wird ein zusätzlicher, wichtiger Schritt bei der Optimierung des Unternehmensportfolios vollzogen.

    Am 27. September kamen Vertreter von Thyssengas, STEAG und Siemens Energy in Herne zusammen, um gemeinsam mit Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda die Erdgasbelieferung des dort neu entstehenden Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) symbolisch in Betrieb zu nehmen.

    50 Prozent CO2-Ersparnis
    Im Verlauf des Jahres 2022 wird das neue Kraftwerk in Betrieb gehen. Dann ersetzt das hochmoderne GuD den bisher an gleicher Stelle betriebenen Steinkohleblock. Mit ihrem hohen Effizienzgrad leistet die Anlage einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Fernwärmeversorgung im Ruhrgebiet. Deren Emissionsbilanz verbessert sich mit dem neuen GuD noch einmal deutlich: Gegenüber dem bisher am Standort Herne betriebenen Steinkohlekraftwerk senkt es die CO2-Emissionen pro Jahr künftig um bis zu 50 Prozent.

    „Das neue GuD Herne erfüllt geradezu idealtypisch die Anforderungen für eine zukunftsweisende Energieversorgung.“

    Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführer der STEAG GmbH.

    „Damit erfüllt das neue GuD Herne geradezu idealtypisch die Anforderungen für eine zukunftsweisende Energieversorgung: Es garantiert Versorgungssicherheit, ist wirtschaftlich und effizient und damit umweltverträglich“, sagt Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung der STEAG GmbH.

    Video-Grußwort von Wirtschaftsminister Pinkwart
    Geladen war auch NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Doch der weilte am Tag nach der Bundestagswahl zu Terminen in Berlin, sandte aber via Videobotschaft einen herzlichen Gruß an die Teilnehmenden der Pressekonferenz und gratulierte den Projektpartnern zu deren wichtigem Beitrag für eine gelingende Energiewende: „Diese Kraftwerksanlage ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Energiewelt. Hier wird der dringend erforderliche Neubau eines der hocheffizientesten Gas- und Dampfturbinenkraftwerke weltweit Realität“, so der Minister.

    „Erdgas spielt als Brückentechnologie mittelfristig eine zentrale Rolle.“

    Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführer der Thyssengas GmbH.

    Der STEAG-Kraftwerksstandort Herne in schematischer Darstellung: Links das neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk; es erzeugt nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung zugleich Strom und Wärme und sichert so unter anderem die ressourcenschonende und umweltschonende Fernwärmeversorgung von mehr als 200.000 Haushalten im Ruhrgebiet.

    Rechts der alte Steinkohlenblock, der 2022 vom Netz gehen wird. Anschließend wird die Anlage zu eine erdgasbefeuerten Heizkessel zur Besicherung der Fernwärmeversorgung umgerüstet.

    Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Fernleitungsnetzbetreibers Thyssengas, machte bei der gemeinsamen Pressekonferenz  deutlich, welche Bedeutung das Projekt für die schrittweise Dekarbonisierung der Energieversorgung hat: „Mit dem Neubau der Datteln-Herne-Leitung haben wir nicht nur unseren gesetzlichen Auftrag erfüllt, den Anschluss an das Kraftwerk sicherzustellen. Nein, wir helfen auch dabei, die Energiewende im Ruhrgebiet mitzugestalten. Denn Erdgas spielt als Brückentechnologie mittelfristig eine zentrale Rolle, um die Energieversorgung in Deutschland weiterhin zuverlässig und flexibel sicherzustellen.“

    Termintreu trotz Corona
    Auch Anlagenbauer Siemens Energy sieht den aktuellen Projektstand positiv. „Wir freuen uns sehr, dass es uns trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen in einer gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten gelungen ist, das Projekt auch unter den zusätzlich fordernden Bedingungen der Corona-Pandemie im Wesentlichen im Zeitplan zu halten“, sagt Tim Dawidowsky, Senior Vice President Project Excellence bei Siemens Energy.

    Wichtiges Signal für das Ruhrgebiet
    Hernes Oberbürgermeister Dudda sieht in dem Kraftwerksneubau ein wichtiges Signal für die Industrieregion Ruhrgebiet: „Das jetzt kurz vor der Fertigstellung stehende GuD zeigt, dass wir hier an der Ruhr solche Infrastrukturprojekte können und wollen – ganz abgesehen davon, dass es uns auch ganz konkret unserem Ziel näherbringt, grünste Industrieregion Deutschlands zu werden“, ordnet der SPD-Politiker, der auch Vorsitzender der Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr (RVR) ist, die Bedeutung des Projekts für die Metropolregion ein.

    SENS schließt Projekt in Ungarn ab
    Auch an anderer Stelle leistet STEAG ihren Beitrag zur Dekarbonisierung der Energieversorgung: STEAG Solar Energy Solutions – kurz SENS –, die in Würzburg ansässige Photovoltaik-Tochter des Energieunternehmens, vermeldete kürzlich die erfolgreiche Inbetriebnahme einer Reihe von Flächen-PV-Anlagen in Ungarn, die zusammengenommen auf 65 Megawatt (MWp) Leistung kommen. Weitere Projekte im sonnenreichen Südosteuropa und in Griechenland sind in Vorbereitung.

    „Dieses Engagement ist für uns die logische Erweiterung unserer bestehenden Aktivitäten in Europa.“

    André Kremer, Geschäftsführer der STEAG Solar Energy Solutions GmbH.

    Nach dem erfolgreichen Projektabschluss in Ungarn hat STEAG-PV-Tochter SENS bereits weitere Projekte im sonnenreichen Südosteuropa in Planung - u.a. in Griechenland.

    Für einen Marktangang in der BeNeLux-Region hat SENS nun eine Kooperation mit em tschechisch-niederländischen Energiedienstleister Greenbuddies Energy BV geschlossen.

    PV-Initiative auf dem BeNeLux-Markt
    Doch damit nicht genug: Jüngst schloss die SENS eine weitere Kooperationsvereinbarung ab: Gemeinsam mit dem tschechisch-niederländischen Energiedienstleister Greenbuddies Energy BV mit Sitz in Eindhoven tritt die SENS künftig auf dem PV-Markt der BeNeLux-Region an. „Dieses Engagement ist für uns die logische Erweiterung unserer bestehenden Aktivitäten in Europa. Wir sehen in diesem Markt noch enormes Potenzial, auch wenn es dort schon vorhandene Akteure und Projekte gibt,“ erklärt André Kremer, Geschäftsführer der SENS.

    Der PV-Dienstleister ist bereits seit mehreren Jahren im niederländischen Markt aktiv und hat dort Projekte im Bereich Aufdach-PV und Freifläche realisiert. Mit dem 12 MWp-Solarpark Leeuwarden gewann das Unternehmen 2019 den Frisian Energy Prize der niederländischen Provinz Friesland.

    Abschied von den Kraftwerksnebenprodukten
    Für die bisherige Konzerntochter STEAG Power Minerals bestehen nach dem Verkauf an einen neuen Eigentümer in der Zukunft bessere Wachstumschancen. Die Power-Minerals-Gruppe mit Standorten beispielsweise in Dinslaken hatte insbesondere Aschen und andere Nebenprodukte, die beim Betrieb von Steinkohlekraftwerken anfallen, aufbereitet und damit vor allem die Zement- und Baustoffindustrie beliefert. Angesichts des mit schnellen Schritten näher rückenden Ausstiegs von STEAG aus der Steinkohleverstromung hatte die STEAG-Geschäftsführung deshalb beschlossen, einen neuen Eigentümer mit einer längerfristigeren eigenen Rohstoffversorgung zu suchen. Seit Kurzem ist die ehemalige STEAG-Tochter als „EP Power Minerals“ Teil des tschechischen Energiekonzerns EPPE.

    „Wir freuen uns, dass wir mit EPPE einen neuen Eigentümer für SPM gefunden haben, der unserer ehemaligen Tochtergesellschaft und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine verlässliche Perspektive für eine weitere und kontinuierlich positive Entwicklung bietet“, sagt Joachim Rumstadt. „Ich möchte mich bei allen SPM-Mitarbeitern für ihr Engagement in den vielen Jahren der Zusammenarbeit ganz herzlich bedanken. Ich wünsche ihnen alles Gute und viel Erfolg im neuen Konzern.“

    Alle drei Themen belegen eindrücklich, wie rasch und konsequent STEAG die Neuausrichtung des Konzerns angeht: „Wir fahren einen klaren Kurs, haben eine motivierte und leistungsfähige Mannschaft und segeln dank einer Reihe aktueller Erfolge nun auch wieder mit spürbarem Rückenwind“, bringt es Joachim Rumstadt auf den Punkt.