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  • „STEAG ist auf Kurs“

    KSBG-Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Kufen im Interview

    Trotz erschwerter Bedingungen auf dem deutschen Energiemarkt hat STEAG im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Nettogewinn von 12,7 Millionen Euro erneut ein positives Konzernergebnis erwirtschaftet. An ihre Gesellschafterin, die Kommunale Beteiligungsgesellschaft (KSBG), führt das Energieunternehmen wie im Vorjahr 45 Millionen Euro ab. Im Interview zollt der KSBG-Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Kufen der Flexibilität der STEAG in der Energiewende Respekt.

    Herr Kufen, die Zahlen der STEAG liegen auf dem Tisch. Wie bewerten Sie das Ergebnis?
    Die STEAG-Geschäftsführung hat zu Beginn des vergangenen Geschäftsjahrs einen Rückgang beim EBIT von 30 Prozent prognostiziert. Nun ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern um lediglich knapp 20 Prozent auf 160 Millionen Euro gesunken. Das ist mit Blick auf den anhaltenden Vormarsch der erneuerbaren Energien und dem gleichzeitigen Rückgang der Kohleverstromung in Deutschland eine positive Tendenz und zeigt, wie flexibel die STEAG in diesen für Energieunternehmen schwierigen Zeiten aufgestellt ist.

    Maßgeblich hat zu diesem guten Ergebnis aber das Auslandsgeschäft beigetragen. Dessen Anteil am EBIT des Konzerns erhöhte sich 2018 auf knapp 60 Prozent. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
    Ich habe es schon einmal gesagt: Als Gesellschafter stehen wir voll hinter der Strategie der Internationalisierung der STEAG. Im Gegensatz zum deutschen Markt bieten die Energiemärkte im Ausland aktuell erhebliches Potenzial. Die STEAG-Geschäftsführung nutzt konsequent die Chancen, die die ausländischen Märkte bieten und schöpft die dortigen Ergebnispotenziale aus. Ich habe aber auch gesagt: Wenn wir weiter im Ausland wachsen, stellt sich perspektivisch die Frage nach der kommunalen Beteiligung. Denn es passt nur in bestimmten Größenordnungen zu einem kommunalen Gesellschafter, im Ausland engagiert zu sein. Vor diesem Hintergrund sind auch unsere Bemühungen um eine Partnersuche für den STEAG-Konzern zu sehen. Unabhängig davon stehen wir als Gesellschafter zu unserer Verantwortung und haben dabei natürlich auch die 6.600 Arbeitsplätze bei der STEAG immer im Blick.

    Welche Erwartungshaltung haben Sie für das laufende Geschäftsjahr an die STEAG?
    Mit den Empfehlungen der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ und den daraus voraussichtlich resultierenden gesetzlichen Bestimmungen gibt es nun auch auf dem deutschen Markt wieder eine belastbare Grundlage für Entwicklung und Investitionen. Die STEAG-Geschäftsführung hat das bereits antizipiert und entsprechende Schritte eingeleitet. Der Bau des emissionsarmen Gas- und Dampfkombikraftwerks (GuD) Herne ist schon im Gange, das GuD Leipheim ist in Planung, und die Verträge für das Projekt „Steam“ mit der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen sind unterzeichnet. Außerdem verfügt STEAG über Kraftwerksstandorte, die sich bestens für das Einspeisen von ausgekoppelter Wärme und für den Bau weiterer GuDs eignen. Wenn STEAG diesen Kurs fortsetzt, ist das Unternehmen auch aus Sicht der Gesellschafter auf einem guten Weg und kann seine Rolle als ein wichtiger Akteur zur Gestaltung der Energiewende weiter ausbauen.