• DE
  • Große Medienresonanz auf Jahrespressegespräch der STEAG

    Themenvielfalt findet sich in der Berichterstattung wieder

    Das Jahrespressegespräch der STEAG hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Einladung in die Unternehmenszentrale nach Essen folgten reichweitenstarke Presseagenturen, meinungsbildende überregionale Medien und auflagenstarke Regionalzeitungen. Die Berichterstattung der 20 angereisten Journalisten über den deutschlandweit fünftgrößten Energieerzeuger fiel differenziert und zuweilen auch kritisch aus. Hier Auszüge aus den wichtigsten Berichten. 

    Das Handelsblatt stellt zwei Aspekte in den Mittelpunkt seiner Berichterstattung: Die Flexibilität der STEAG ihre Kraftwerke auf Gasbetrieb umzustellen und die Forderung, für Erzeugungsanlagen, die im Rahmen der Empfehlungen der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung abgeschaltet werden sollen, Entschädigungen zu erwarten:

    Jetzt beginnt das Feilschen der Kraftwerksbetreiber mit der Bundesregierung um die Entschädigung. „Dieser nach monatelangen Verhandlungen gefundene Kompromiss ist für unser Unternehmen schmerzhaft“, stellte STEAG-Chef Joachim Rumstadt am Dienstag bei der Vorlage des Jahresberichts des Stromproduzenten in Essen klar. Gleichzeitig begrüßte er es, dass „sich die Kommission gegen einen entschädigungslosen Eingriff in die Eigentumsrechte der Kraftwerksbetreiber ausspricht.“ Der STEAG-Chef verwies auf Aussagen seines Aufsichtsratschefs Guntram Pehlke, Chef des Dortmunder Kommunalversorgers DSW21. Der hatte 600 Millionen Euro Entschädigung je 1000 Megawatt Kraftwerksleistung gefordert, die abgeschaltet werden sollen. „Dies scheint mir eine angemessene Größenordnung zu sein“, sagte Rumstadt: „Je nach Typ der Anlage ist das aber vielleicht auch nur eine Untergrenze.

    Der Saarländische Rundfunk konzentriert sich in seiner Berichterstattung auf die Perspektiven, die sich für die saarländischen STEAG-Standorte im Rahmen der Energiewende ergeben:

    In Deutschland wird weniger Kohlestrom produziert. Das spürt auch der STEAG-Konzern. Das Jahr 2018 brachte mit 2,9 Milliarden Euro weniger Umsatz und ein niedrigeres Ergebnis. Die Energiewende will das Unternehmen trotzdem mitgestalten und hofft auf den Bau von Gaskraftwerken - auch im Saarland. Der STEAG-Konzern sieht die Chance, die Kraftwerksstandorte im Saarland weiterzuentwickeln. Beispielsweise sei der Bau von Gaskraftwerken in Weiher und Bexbach grundsätzlich möglich. Weil die beiden Kraftwerke nach wie vor in der Netzreserve sind, sieht der Vorstandsvorsitzende Joachim Rumstadt einen Bedarf. Er kündigte an, den Bau von Gas- und Dampfturbinenanlagen zu prüfen. Am Kraftwerk Fenne in Völklingen gebe es zudem die Möglichkeit, eine großtechnische Anlage für Wasserstofferzeugung aufzustellen. Fenne sei schon jetzt ein wichtiger Energieknotenpunkt mit Grubengas, Steinkohle und Fernwärme, der im Rahmen der Energiewende weiter ausgebaut werden könne.

    In der Börsen-Zeitung liegt ein Schwerpunkt der Berichterstattung auf den in Aussicht gestellten Entschädigungen für die Abschaltung von Kohlekraftwerken:

    Der Essener Steinkohleverstromer STEAG hofft ebenso wie der größere Rivale RWE auf üppige Entschädigungen für die Abschaltung von Kraftwerken im Zuge des beschleunigten Kohleausstiegs. „Ich denke, rund 600 Millionen Euro je Gigawatt wären eine angemessene Größenordnung“, sagte Vorstandschef Joachim Rumstadt am Dienstag anlässlich der Bilanzvorlage in Essen. Je nach Typ der Anlage sei das aber vielleicht auch nur eine Untergrenze. RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hatte mindestens 1,2 Milliarden Euro je Gigawatt gefordert – allerdings ging es dabei um Braunkohlekraftwerke, bei denen auch die Renaturierung des Tagebaus finanziert werden muss.“

    Die Süddeutsche Zeitung greift die Kritik des Vorsitzenden der STEAG-Geschäftsführung, Joachim Rumstadt, an der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ auf, statt Steinkohlekraftwerken die im Einsatz weniger flexiblen und mehr CO2-emmitierenden Braunkohleanlagen länger in Betrieb zu lassen:

    Der Beschluss der Kohlekommission sei schmerzhaft für sein Unternehmen, sagt Joachim Rumstadt. Der 53-Jährige ist Chef der STEAG, einem der größten Betreiber von Steinkohlekraftwerken hierzulande. Dass Deutschland in den ersten Phasen des Kohleausstiegs vor allem Steinkohlemeiler abschalten will, während einige klimaschädlichere Braunkohlekraftwerke länger am Netz bleiben sollen, ärgert Rumstadt. „Dies ist keine ökonomische, keine ökologische, sondern eine rein politische Entscheidung“, sagt der STEAG-Chef. „Hier wird offenbar Rücksicht auf die bevorstehenden Landtagswahlen genommen.“

    In der Frankfurter Allgemeine Zeitung geht der Berichterstatter auf die Warnungen von Joachim Rumstadt vor den hohen Kosten der Energiewende für Verbraucher und Wirtschaft ein:

    Bis zum Jahr 2038 soll der Kohleausstieg in Deutschland abgeschlossen sein. Wie Rumstadt vorrechnete, rollt eine Kostenlawine auf Steuerzahler und Verbraucher zu. Allein die Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien werde sich bis dahin auf 500 Milliarden Euro summieren. Knapp 100 Milliarden seien für den Netzausbau, mindestens 80 Milliarden an Entschädigungen für Kohleunternehmen und Strukturhilfen zu veranschlagen. Inklusive der Kosten für die Elektrifizierung des Verkehrs sei bis 2038 in Summe mit fast 800 Milliarden Euro zu rechnen, warnte Rumstadt.

    Die regional erscheinende Westdeutsche Allgemeine Zeitung hebt auf die Zukunftsprojekte der STEAG im Ruhrgebiet ab:

    Rumstadt kann auch auf mehrere Großprojekte verweisen, die in den kommenden Jahren im Ruhrgebiet anstehen. Noch im Sommer soll der Bau eines neuen Gas- und Dampfkraftwerks in Herne beginnen. Gemeinsam mit Siemens ist ein Investment in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe geplant. Vom Mineralölkonzern BP hat die STEAG einen großen Auftrag am Raffinerie-Standort Gelsenkirchen-Scholven erhalten: Neue Anlagen sollen die bisherige Dampfversorgung vom benachbarten Uniper-Kohlekraftwerk ersetzen. In Gladbeck will die STEAG auf der Mottbruchhalde eine Windkraftanlage errichten, die rechnerisch rund 3500 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgen kann. In Bottrop plant die STEAG mit dem Stahlkonzern Arcelor-Mittal den Bau eines Gaskraftwerks, das Strom und Dampf für die Kokerei produziert.

    Der Westdeutsche Rundfunk hat den Fokus seiner Berichterstattung auf die verstärkten Inlandsaktivitäten der STEAG gelegt:

    Noch im Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen: In Herne will die STEAG ein neues Gas- und Dampfkraftwerk bauen. „Eine der effizientesten Anlagen der Welt“, schwärmte der Energiekonzern am Dienstag bei der Bilanz-Pressekonferenz in Essen. „Das ist eine mehrere Hundert-Millionen-Euro-Investition“, sagt Firmenchef Joachim Rumstadt. „Da gehen hier überall die Herzen auf, dass wir das hier in der Region machen.“ Die Anlage soll in dreieinhalb Jahren am Netz sein. Für den Essener Energieversorger ist die Anlage doppelt wichtig: Damit soll die Abhängigkeit von den Kohlekraftwerken sinken. Als einer der größten Verstromer von Steinkohle bekommt die STEAG die Folgen der Energiewende besonders zu spüren. Mehrere Blöcke in NRW wurden schon abgeschaltet.

    Bei der Deutschen Presseagentur hingegen wird das Auslandsgeschäft vorangestellt:

    Für den Steinkohleverstromer STEAG wird das Auslandsgeschäft immer wichtiger. Im vergangenen Jahr stammten 57 Prozent des auf 161 Millionen Euro gesunkenen operativen Ergebnisses aus dem Betrieb von Kohlekraftwerken in Kolumbien, der Türkei und auf den Philippinen sowie von Windparks und Dienstleistungen im Ausland, wie der Versorger am Dienstag in Essen berichtete. Im Jahr zuvor betrug der Auslandsanteil 50 Prozent, 2019 soll er auf 60 Prozent steigen.

    Die Nachrichtenagentur Reuters thematisiert mit Bezug auf Aussagen von Joachim Rumstadt die erwartete Entwicklung der Strompreise:

    Der Essener Energieerzeuger STEAG rechnet in den kommenden Jahren durch den Atomausstieg und das allmähliche Ende der Kohleverstromung mit deutlich anziehenden Preisen. „Weniger Kapazität führt zu höheren Preisen“, sagte STEAG-Chef Joachim Rumstadt am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Essen. „Wir erwarten deutlich steigende Ergebnisse aus unseren Inlandskraftwerken“, fügte Finanzchef Michael Baumgärtner hinzu. Während die Nachfrage nach Strom in den kommenden Jahren stabil bleibe oder leicht steigen könne, gehe das Angebot in Deutschland an gesicherter konventioneller Leistung zurück.

    Der Branchendienst E & M Powernews bewertet das von STEAG initiierte Programm STEAG 2022 als positiv:

    Zu dem von Rumstadt vor einigen Jahren befürchteten Aderlass im Kraftwerksportfolio ist es (noch) nicht gekommen. Zudem hatte die Geschäftsführung vor drei Jahren mit der Strategie STEAG 2020 gegengesteuert und versucht, in ausgewählte Wachstumsbranchen wie die Müllverbrennung oder Dienstleistungen für Industrie- und Gewerbekunden zu investieren. Ein Ansatz, der nicht unerfolgreich ist und auch finanziell erste Früchte trägt.

    Der Branchendienst energate messenger thematisiert den möglichen Ausfall des Kraftwerks Datteln 4 für die Versorgung des Fernwärme-Netzes und die daraus resultierenden Möglichkeiten im Wärmemarkt für STEAG:

    Neue Geschäftschancen könnten sich für STEAG auch dadurch ergeben, dass im Zuge des Kohleausstiegs das Kraftwerksprojekt Datteln 4 von Uniper möglicherweise gar nicht erst ans Netz geht. So hatte es die Kohlekommission zumindest vorgeschlagen. „Wenn Datteln 4 als Wärmequelle ausfällt, dann muss es Ersatz geben“, sagte Rumstadt mit Blick auf das Fernwärmenetz vor Ort. „Wir sind mit dem Standort Herne grundsätzlich gut positioniert”, fügte er an.

    Die Zeitung für kommunale Wirtschaft hebt auf die Zukunft von STEAG-Standorten durch die Umrüstung auf gasbetriebene Kraftwerke ab:

    STEAG werde die Herausforderung Kohleausstieg annehmen. „Und wir werden sie auch dieses Mal bestehen. Ich bin fest davon überzeugt: Unsere Strategie bildet die Zukunft ab“, bekräftigte der STEAG-Chef. An einigen Stellen nenne der Bericht der Kohlekommission bereits Anforderungen an das energiewirtschaftliche Modell der Zukunft, f̈ür die STEAG schon heute passende Lösungen anbiete. Als Beispiel nannte er den Neubau von Gas- und Dampfturbinen-Anlagen an bereits bestehenden STEAG-Kraftwerksstandorten. „Wir sind gespannt, welche Fördermöglichkeiten es beispielsweise für Umrüstungen von Kraftwerksstandorten von Steinkohle- auf Gasbefeuerung und für den Neubau von Gas- und Dampf-Anlagen geben wird“, so Rumstadt.“

    Die Saarbrücker Zeitung fokussiert ihre Berichterstattung auf die drei im Saarland beheimateten STEAG-Kraftwerke und die Planung zu deren Umstellung auf Gasbetrieb:

    Der Energiekonzern STEAG plant, die Kraftwerke an der Saar auf Gasbetrieb umzurüsten. Das sagte STEAG-Vorstandschef Joachim Rumstadt gestern am Rande der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in Essen. Im Rahmen des Beschlusses der Kommission Wachstum Strukturwandel Beschäftigung zum Kohleausstieg seien entsprechende Hilfen bei der Umwandlung von Kohlestandorten auf Gasbetrieb ausdrücklich vorgesehen. „Wir warten nun ab, was die Bundesregierung konkret an Hilfen anbietet“, sagte der STEAG-Chef. Aktuell unterhält STEAG drei Kraftwerksstandorte im Saarland auf der Basis von Steinkohle: Bexbach, Weiher bei Quierschied und das Kraftwerk Fenne bei Völklingen.