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  • STEAG übertrifft Ergebnisprognose

    EBIT steigt auf 197 Millionen Euro / Transformationsprogramm STEAG 2022 konsequent umgesetzt

    Trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds hat der STEAG-Konzern die Erwartungen an das Geschäftsjahr 2017 übertroffen: Das Konzernergebnis fiel mit 59 Millionen Euro deutlich positiv aus, das EBIT stieg um 61 Prozent auf 197 Millionen Euro, und an das Stadtwerke-Konsortium KSBG als alleinigen Gesellschafter führt STEAG 45 Millionen Euro ab. Grundlage dieser guten Resultate ist die konsequente Umsetzung des Transformationsprogramms STEAG 2022, welches das in Essen ansässige Energieunternehmen vor zwei Jahren gestartet hat.

    In der nach dem Auszug der RAG-Stiftung renovierten sechsten Etage des Unternehmenssitzes im Essener Südviertel empfing die STEAG-Geschäftsführung am 19. April Journalisten von Tageszeitungen und Fachmedien aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinland zur Vorstellung der Bilanz 2017. Mit Blick auf die STEAG-Standorte im Saarland waren eigens auch Medienvertreter aus dem Südwesten Deutschlands angereist. Neben dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Joachim Rumstadt, gaben Michael Baumgärtner (Geschäftsbereich Finanzen), Dr. Wolfgang Cieslik (Geschäftsbereich Erzeugung und Vermarktung) und Alfred Geißler (Geschäftsbereich Personal) Auskunft über das vergangene Geschäftsjahr. 

    „Wir haben 2017 das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Joachim Rumstadt. „Insbesondere in Deutschland haben wir uns konsequent auf die politisch gewollten Veränderungen auf dem Energiemarkt eingestellt. Mit unserem Transformationsprogramm STEAG 2022 machen wir das Unternehmen auf allen Wertschöpfungsstufen effizienter und optimieren unser Portfolio. Dadurch schaffen wir uns den nötigen finanziellen Freiraum, um auch in den nächsten Jahren weiter in neue attraktive Wachstumsfelder investieren zu können. Der Konzernabschluss 2017 zeigt: STEAG 2022 macht unser Unternehmen ertragsstärker und zukunftsfähig.“ 

    Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 197,3 Millionen Euro übertraf den Vorjahreswert von 122,7 Millionen Euro um mehr als 60 Prozent. Das Konzernergebnis nach Steuern verbesserte sich um fast 280 Millionen Euro. Für 2017 weist STEAG einen Nettogewinn von 58,6 Millionen Euro aus - nach einem Konzernfehlbetrag von 220,8 Millionen Euro im Vorjahr. „Diese positive Entwicklung verdanken wir dem großen Einsatz und der hohen Kompetenz unserer rund 6.500 Mitarbeiter in Deutschland und in den ausländischen Tochtergesellschaften“, so Joachim Rumstadt. „Sie haben bewiesen, dass STEAG auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen kann.“ 

    STEAG 2022 erbringt Ergebnisverbesserung von 100 Millionen Euro

    Das im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent höhere Umsatzvolumen ist vor allem das Resultat der ausgeweiteten Stromhandelsaktivitäten sowie höherer Strompreise. Nach dem historischen Tief im Jahr 2016 erholte sich der durchschnittliche Spotpreis an der Leipziger Strombörse 2017 um rund 17 Prozent. Dieser positive Effekt schlug aber nicht in vollem Umfang auf die Erzeugungsmargen des thermischen Kraftwerksparks der STEAG durch, da sich im gleichen Zeitraum Steinkohle auf den internationalen Beschaffungsmärkten sukzessiv verteuerte. Die zunehmende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland führte außerdem dazu, dass auch die Kraftwerksblöcke der STEAG im Ruhrgebiet und im Saarland insgesamt weniger ausgelastet waren. Wesentlich besser die Bedingungen im Ausland: Mit höheren Stromerlösen beim größten Auslandskraftwerk der STEAG im türkischen Iskenderun sowie niedrigeren Instandhaltungskosten insbesondere bei den ausländischen Kraftwerken steigerte STEAG den operativen Gewinn deutlich. 

    Maßgeblich für diesen positiven Trend ist auch das 2016 gestartete Transformationsprogramm STEAG 2022: Die verschiedenen Maßnahmen bewirkten im Jahr 2017 insgesamt eine Ergebnisverbesserung von rund 100 Millionen Euro. Die Hälfte davon entfällt auf Erträge, die STEAG durch ein aktives Portfoliomanagement erzielte - beispielsweise den Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der Fernwärme Niederrhein sowie die Veräußerung der STEAG Netz GmbH im Saarland. 

    Bei den Investitionen erwies sich vor allem der strategische Markteintritt in den Waste-to-Energy-Markt durch die vollständige Übernahme von zwei Abfallverwertungsanlagen des Vattenfall-Konzerns als ergebniswirksam: Der neue STEAG-Geschäftsbereich schnitt deutlich besser als erwartet ab. Er steuerte mehr als 50 Millionen Euro zum Konzernumsatz sowie einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag zum Konzernergebnis bei. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt war die Ausrüstung des türkischen Kraftwerks Iskenderun mit einer Rauchgasreinigungsanlage, die eine erfolgreiche Vermarktung der Anlage nach dem Auslaufen des jetzigen Stromliefervertrags Ende 2019 ermöglicht. Und durch den zum Jahresende 2017 erfolgten Erwerb des Unternehmens Krantz erweitert STEAG seine Marktstellung als Ingenieur-Dienstleister im Segment Kerntechnik-Rückbau – durch die beschlossene Abschaltung sämtlicher deutschen Kernkraftwerke bis spätestens 2022 ein vielversprechender Wachstumsmarkt. Insgesamt investierte STEAG im abgelaufenen Geschäftsjahr 262,8 Millionen Euro, das waren fast 40 Millionen Euro mehr als 2016. 

    45 Millionen Euro Gewinnabführung an KSBG

    Von der positiven Gesamtentwicklung profitiert auch die Gesellschafterin der STEAG, die Kommunale Beteiligungsgesellschaft KSBG: Für das Geschäftsjahr 2017 wird das Energieunternehmen eine Ausschüttung (Gewinnabführung inkl. Steuern) von 45 Millionen Euro vornehmen. Damit versetzt STEAG das Konsortium, dem die Stadtwerke aus Bochum, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Essen und Oberhausen angehören, in die Lage, die durch den Kauf der STEAG entstandenen Kapitaldienste (Zinsen und Tilgung) wieder in vollem Umfang leisten zu können. „Wir wissen, dass noch drei harte Jahre vor STEAG liegen. Die Anteilseigner der KSBG haben sich deshalb im Jahr 2017 bereit erklärt, für insgesamt drei Jahre auf eine über den Kapitaldienst hinausgehende Dividende zu verzichten. Das ist der Beitrag, den die KSBG zum Transformationsprojekt STEAG 2022 leistet“, sagte Guntram Pehlke, Aufsichtsratsvorsitzender der STEAG GmbH. Pehlke ist zugleich Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21), die über die KSBG mit 36 Prozent an der STEAG beteiligt ist. „Die Anteilseigner haben großes Vertrauen in die Geschäftsführung und die Unternehmensstrategie. Mit der klaren und frühzeitigen Fokussierung auf die Energieerzeugung und die damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen hat sich STEAG einen Vorsprung verschafft. Diesen Vorsprung wird die hochmotivierte Belegschaft erfolgreich nutzen und den begonnenen Zukunftsprozess meistern.“ 

    Für das Geschäftsjahr 2018 geht STEAG zunächst von einem Umsatzrückgang aus. Joachim Rumstadt nannte mengen- und preisbedingt niedrigere Umsätze aus dem Betrieb und der Vermarktung des inländischen Kraftwerksportfolios sowie vertraglich und bilanziell bedingt rückläufige Erlöse bei den Auslandskraftwerken als Hauptursachen hierfür. Mittelfristig werden sich nach Ansicht des Vorsitzenden der STEAG-Geschäftsführung aber durch die geplanten Investitionen neue Chancen ergeben: „Wir sind zuversichtlich, dass wir durch die verschiedenen Maßnahmen insbesondere aus dem Zukunftsprogramm STEAG 2022 unser Ziel erreichen werden, ab dem Geschäftsjahr 2022 das jährliche EBIT der STEAG dauerhaft um mindestens 120 Millionen Euro zu verbessern.“