• DE
  • Kunden setzen auf dezentrale Lösungen

    STEAG bietet langjährige Erfahrungen

    Die zunehmende Dezentralisierung verlangt den Unternehmen der Energiewirtschaft neues Denken über flexible, zuweilen sogar originelle Lösungen ab. Kunden in Kommunen und Wirtschaft wünschen sich nicht nur innovative Erzeugungsanlagen, sondern damit verbunden auch Geschäftsmodelle mit einem überschaubaren wirtschaftlichen Risiko. STEAG New Energies entwickelt bereits seit Jahren ökologische und ökonomische Erzeugungs- und Betriebskonzepte für verschiedene Auftraggeber. Besonders in Kommunen und bei Stadtwerken ist das STEAG-Tochterunternehmen als ideenreicher Kooperationspartner für Blockheizkraftwerke und Fernwärmenetze gefragt.

    Schon heute betreibt STEAG New Energies (SNE) deutschlandweit mehr als 150 dezentrale Anlagen und ist in über zehn kommunalen Beteiligungen Gesellschafter und langjähriger Partner. „Die Bedeutung von dezentralen, hoch effizienten Energielösungen auf der Basis von erneuerbaren Energien nimmt zu“, erklärt Dirk Klingen, Sprecher der SNE-Geschäftsführung. „Ob es um Strom, Wärme, Fernwärme, Kälte, Druckluft oder Prozessdampf geht: Wir entwickeln und betreiben für unsere Kunden individuelle Lösungen und verschaffen ihnen so einen Effizienz- und Kostenvorteil. Dabei können wir ein breites Spektrum bedienen – von konventionell erzeugter Energie über Wind- und Bioenergie bis hin zu Geothermie.“

    Zum Beispiel in Rochlitz in Mittelsachsen. Hier versorgte die Stadt ihre Bürger bereits seit den 70er-Jahren fortschrittlich mit Fernwärme. Als sich der Stadtrat nach der Wende dafür entschied, die vorhandenen Fernwärmeanlagen zu modernisieren und die Fernwärmeversorgung auszudehnen, fand die Stadt in der STEAG New Energies GmbH einen kompetenten Partner. Im Juni 1992 gründeten die Stadt Rochlitz (51 Prozent) und die SNE GmbH (49 Prozent) gemeinsam die Energieversorgung Rochlitz (EVR) GmbH. Mit dem Know-how der STEAG-Ingenieure wurde zunächst die alte Energieerzeugungsanlage modernisiert: Statt Braunkohle kamen Heizöl und Erdgas zum Einsatz. 2005 wurde die Kesselanlage im Heizwerk nochmals modernisiert. Drei Dampfkessel wurden stillgelegt und durch einen modernen Heißwasserkessel mit einer Feuerungsleistung von 5,5 Megawatt (MW) ersetzt. Auf Basis dieser Maßnahmen wurde die Fernwärme-Versorgung im Stadtgebiet von acht MW im Jahr 1990 auf aktuell 18,1 MW ausgebaut.

    Eine äußerst durchdachte Lösung 

    2013 folgte die nächste Modernisierung: Für rund zwei Millionen Euro baute STEAG New Energies auf dem EVR-Betriebsgelände ein Blockheizkraftwerk (BKHW) mit einem mit Biomethangas betriebenen Gasmotor – mit einer elektrischen und einer thermischen Leistung von je 1,6 MW. Damit können mittlerweile in der 6.000-Einwohner-Stadt sowie in der benachbarten Stadt Geithain fast 3.000 Einfamilienhäuser und öffentliche Gebäude wie etwa Schulen beheizt werden. „Die Lösung ist äußerst durchdacht“, erläutert Dirk Klingen. „Den erzeugten Strom speisen wir in das öffentliche Stromnetz ein. Und die im BHKW produzierte Wärme verkaufen wir an die EVR, die sie ins Fernwärmenetz einspeist.“ Und auch die Umwelt profitiert: Der Primärenergiefaktor, ein Effizienzmaß für die Umwandlung in nutzbare Energie, der Fernwärmeversorgung in Rochlitz ist gegenüber der ehemaligen Kesselanlage auf Basis von Heizöl oder Erdgas wesentlich günstiger. Er liegt jetzt bei 0,16, was den Zugang zu Förderungen für Investitionen in Energieeffizienz, insbesondere für die Wohnungswirtschaft, erleichtert.  

    Rund 70 km weiter östlich im Landkreis Meißen liegt die Stadt Gröditz, in der STEAG New Energies das bereits seit 1993 betriebene Heizwerk durch den Einbau eines BKHW grundlegend modernisiert hat. Rund drei Millionen Euro investierte SNE in die Demontage eines vorhandenen Heißwassererzeugers und den Aufbau eines Gasmotoren-BHKW-Aggregates, das zu Beginn dieses Jahres in Betrieb genommen wurde. „Bisher haben wir in Gröditz unsere Fernwärme durch den Einsatz von Erdgas, leichtem Heizöl und durch halbjährige Nutzung von Abwärme der nahegelegenen Schmiedewerke erzeugt“, erklärt Torsten Mücklich, der diese SNE-Betriebsstätte leitet. „Jetzt produzieren wir außerdem durch die Kraft-Wärme-Kopplung auf Erdgasbasis verbrauchernah Strom mit hoher Effizienz.“ Und auch hier wurde der Primärenergiefaktor gesenkt – von 1,2 auf 0,84.  

    Erste dezentrale Anlage schon 1965

    Entdeckt hat STEAG die Vorteile der Dezentralisierung bereits vor über 50 Jahren: 1965 baute die Südwestdeutsche Fernwärme GmbH, eine Vorgängergesellschaft der STEAG New Energies GmbH, im baden-württembergischen Winnenden ein Kohleheizwerk. Das heutige Heizkraftwerk im Stadtteil Schelmenholz ist einer der ältesten SNE-Standorte und versorgt inzwischen auch die Winnender Baugebiete Waiblinger Berg, Lange Weiden, die Rems-Murr-Klinik sowie Teile der Innenstadt, unter anderem das Rathaus, die Stadthalle, einige Schulen und das „Wunnebad“. 

    Auch diese Anlage wurde mehrfach umgestellt: 1992/93 von Steinkohle auf Erdgas, 1997 auf Deponiegas, das in der ehemaligen Hausmülldeponie Eichholz anfällt. 2012 realisierte SNE ein modernes BHKW, dessen Gasmotor seit 2014 mit Biomethangas betrieben wird und eine elektrische und eine thermische Leistung von je 2 MW bietet. Jährlich werden auf diese Weise umweltschonend etwa 13.600 Megawattstunden Strom erzeugt. So können 3.400 Einfamilienhäuser versorgt werden.  

    Ein noch größeres „Meisterstück“ lieferten die SNE-Ingenieure noch weiter südlich im oberbayerischen Eching ab: Die direkt an der Autobahn A 9 gelegene Gemeinde sollte aus dem Biomasse-Heizkraftwerk Neufahrn, das lediglich vier Kilometer entfernt liegt, mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt werden. Allerdings: Zwischen den beiden Orten liegt die achtspurige A 9. Doch die Experten der STEAG New Energies tüftelten im Auftrag des Zweckverbandes Versorgungs- und Verkehrsbetriebe Neufahrn/Eching eine technisch anspruchsvolle Lösung aus – eine 90 Meter lange Pressung sechs Meter unter dem Autobahndamm. Eine detaillierte Planung, die vorherige sorgsame Abstimmung mit Behörden und privaten Grundstückseigentümern sowie günstige Wetterverhältnisse ermöglichten die Pressung innerhalb von nur einer Woche. Rund 2 Millionen Euro investierte SNE im Auftrag des Zweckverbandes in die neue Fernwärmeleitung und den weiteren Fernwärmeausbau in Eching, durch die ein Wärmebedarf von rund 3,5 MW in Eching gedeckt wird. Und auch daran haben die SNE-Ingenieure in ihrer Planung gedacht: Es können noch weitere Kunden und Versorgungsgebiete angeschlossen werden. 

    Primärenergiefaktor

    Seit dem 1. Januar 2010 ist das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) gültig. Dieses Gesetz enthält Vorgaben hinsichtlich der Beschaffenheit der Energieversorgung bei Neubauten und Altbausanierungen. Wesentliche Nachweisgröße ist hierbei der sogenannte Primärenergiebedarf, der nicht überschritten werden darf. Ein Gebäude darf somit nur eine bestimmte Menge Energie pro Jahr benötigen. Hierbei wird die „Vorkette“ eines Energieträgers mit berücksichtigt. Energieverluste durch Gewinnung, Umwandlung und Verteilung eines Energieträgers – gemessen mit dem Primärenergiefaktor – haben damit einen entscheidenden Einfluss auf den Primärenergiebedarf. Je niedriger der Primärenergiefaktor desto besser. Ein niedriger Primärenergiefaktor ermöglicht den Kunden überdies die Inanspruchnahme staatlicher Kredite.