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  • Flexible Steinkohlekraftwerke: Partner der Energiewende

    Strom ist nicht immer in gleichem Maße gefragt. Jeder Druck auf einen Lichtschalter, jedes Ausschalten einer Maschine beeinflusst die Nachfrage. Früher schwankte ausschließlich die Nachfrage, die von konventionellen Kraftwerken zeitnah und mengenmäßig bedient wurde. Mit dem Aufbau von Wind- und Sonnenkraftwerken schwankt nun aber auch die Stromproduktion immer stärker. Um das permanent auszugleichen, werden besonders flexible konventionelle Kraftwerke gebraucht.

    Wenn die Erneuerbaren Energien witterungsbedingt kaum zur Stromversorgung beitragen, zeigt sich das grundlegende Problem der Energiewende besonders deutlich: Was tun, wenn weder genug Wind weht noch Sonne scheint, um den Strombedarf zu decken? Dies war zum Beispiel im Januar 2017 der Fall. Kein Wind und wenig Sonne führten über zwei Wochen zu einer sogenannten Dunkelflaute. Die Versorgungslücke mussten konventionelle Anlagen wie beispielsweise die Steinkohlekraftwerke der STEAG schließen.

    Wenn kurzfristig Schwankungen bei der Stromproduktion auftreten, weil eine Wolkenwand über dem Solarfeld steht oder die Erwartung an die Windstärke nicht stimmt, dann sind entweder konventionelle Kraftwerke oder Speicher notwendig, die weniger oder mehr Strom einspeisen können. Speicher stehen heute und auf längere Sicht nur in einem geringen Umfang zur Verfügung. Auch Großbatterie-Systeme, die STEAG selbst im Portfolio hat, regeln nicht die großen Schwankungen in der Stromerzeugung aus, sondern sichern „nur“ die Netzfrequenz.

    Ohne Speicher sind auf der Einspeiseseite also nur noch konventionelle Kraftwerke denkbar – mit einem Brennstoff, der selbst flexibel einsetzbar ist. Doch wie flexibel können die unterschiedlichen konventionellen Kraftwerkstypen auf Basis von Kernenergie, Braunkohle, Steinkohle, Biomasse und Erdgas auf den Wegfall der Erneuerbaren Energien reagieren?

    Die benötigten Kraftwerke müssen möglichst schnell die Leistung verringern oder erhöhen können, je nachdem, wie sich die Einspeisung Erneuerbarer Energien oder die Nachfrage verändert. Es reicht nicht aus, wenn sie das erst nach einer Stunde besonders gut können und dabei noch relativ teuer sind, wie zum Beispiel Gas-und Dampfkraftwerke. Es reicht auch nicht aus, wenn ein konventionelles Kraftwerk darauf ausgelegt ist, dauernd zu laufen, wie zum Beispiel ein Braunkohlekraftwerk. Und es reicht ebenfalls nicht aus, wenn es aus Genehmigungsgründen oder wegen der Förderung durchläuft, wie es bei Kernenergie- und Biomassekraftwerken der Fall ist.

    Steinkohlekraftwerke hingegen reagieren am flexibelsten und kostengünstigsten von allen konventionellen Kraftwerkstechnologien auf die Anforderungen des Strommarktes. Sie können hervorragend auf „kleiner Flamme“ betrieben werden und schnell auf volle Leistung gehen – immer dann, wenn es notwendig ist. Umgekehrt gilt dies übrigens auch. Hier leisten die neuesten und älteren modernisierten Kraftwerksblöcke der STEAG Vorbildliches, denn sie können auf rund ein Zehntel der Leistung runter geregelt werden. Das ist ein Wert, der noch vor kurzem keinem Kohlekraftwerk je zugetraut wurde.

    Diese Erfahrungen zeigen einmal mehr: Um die Versorgung in allen Wetterlagen und zu jeder Jahreszeit zu sichern, kommt auch das Energiesystem der Zukunft bis auf weiteres nicht ohne flexible konventionelle Erzeugungskapazitäten aus – sie sind ein Partner der Energiewende. Damit wir auch in Zukunft selbst entscheiden, wann das Licht an- und ausgeht.