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  • STEAG produziert seit über 80 Jahren zuverlässig Strom. Das Unternehmen hat seine Wurzeln im Ruhrgebiet und in der Steinkohleverstromung. Mit unserem Engagement, unserer Erfahrung und unseren Kompetenzen gestalten wir bereits an vielen Stellen die Wende zur klimafreundlichen Energieerzeugung mit. Ein Windrad auf der Mottbruchhalde in Gladbeck - sie ist ein markantes Zeugnis der über 200-jährigen Bergbaugeschichte der Region -, wäre ein wichtiges und weithin sichtbares Signal, dass die Energiewende und damit ein wichtiger Teil unserer Zukunftsgestaltung auch im Ruhrgebiet gelingt.

     

     

    Über die Energiewende

    Die Energiewende in Deutschland ist gesamtgesellschaftlich gewollt und beschlossen. In Berlin wurde 2019 der Ausstieg aus Kohleverstromung bis zum Jahr 2038 eingeleitet. Bereits auf zahlreichen Halden im Ruhrgebiet stehen Windenergieanlagen. In Gelsenkirchen, Dinslaken und Moers hat STEAG gemeinsam mit Partnern Projekte im Einvernehmen mit der jeweiligen Gemeinde bereits realisieren können. Die Erfahrungen zeigen, dass sich Haldenstandorte hervorragend für die klimafreundliche Windenergieerzeugung eignen. Aus diesem Grund sieht auch der Landesentwicklungsplan NRW Halden als bevorzugte Standorte für die Nutzung erneuerbarer Energien vor.

    Über das Projekt

    Die Gladbeck-Wind GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von STEAG und RWE, will auf der Mottbruchhalde rund fünf Millionen Euro investieren und eine Windenergieanlage errichten, die dem neusten Stand der Technik entspricht. Das Windrad soll klimafreundlichen Strom erzeugen, der rechnerisch den Jahresbedarf von 3.500 Haushalten deckt. Die dafür erforderlichen Genehmigungen liegen seit Februar 2019 vor. Je nach Höhe der in einer Auktion zu erreichenden Förderzusage wird das Projekt voraussichtlich 25 Jahre lange für Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Gladbeck von jährlich mindestens 25.000 Euro sorgen.

    Einsatz von Spitzentechnik

    Bei dem auf der Mottbruchhalde geplanten Windrad handelt es sich um eine Windenergieanlage der neuesten Generation. Bei dem Typ E-138 EP3 des Herstellers Enercon beträgt die Nabenhöhe 131 Meter, der Rotordurchmesser liegt bei 138,6 Meter. Wenn ein Rotorblatt sich exakt senkrecht über der Nabe befindet, beträgt die Gesamthöhe der Anlage knapp 200 Meter. Diese liegt unter dem Durchschnitt der im Jahr 2018 in Betrieb gegangenen Windenergieanlagen auf dem Festland (onshore). Gladbeck liegt rund 40 Meter über NN, die Mottbruchhalde selbst ist etwa 60 Meter hoch.

    Belange der Anwohnerinnen und Anwohner beachtet

    Zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner in unmittelbarer Nähe zu einer Windenergieanlage ist die Anwendung des strengen Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) Pflicht. Schädliche Umwelteinwirkungen durch Emissionen in Luft, Wasser und Boden sollen so vermindert oder vermieden werden. Auch die Einhaltung der Grenzen für die maximal zulässige Beschattungsdauer wurde von der Unteren Immissionsschutzbehörde Kreis Recklinghausen genau geprüft.

    Von Windenergieanlagen darf auch keine optisch bedrängende Wirkung auf die Nachbarschaft ausgehen. Zur Beurteilung der Situation im Gladbecker Stadtteil Brauck wurden in der Welheimerstraße, in der Boystraße, in der Roßheidestraße und der Brüsseler Straße mehrere Besichtigungstermine vorgenommen, zuletzt am 1. August 2018. Dieser Vor-Ort-Termin fand unter Beteiligung der Stadtverwaltung Gladbeck und der Unteren Immissionsschutzbehörde Kreis Recklinghausen statt. Das Fachgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass von der geplanten Anlage auf der Mottbruchhalde keine optisch erdrückende Wirkung auf Wohnhäuser ausgeht.

    Eine Halde für die Bürger

    Eine Einzäunung der Windenergieanlage oder der gesamten Mottbruchhalde ist nicht erforderlich und daher auch nicht geplant. Hier unterscheidet sich die Halde in Gladbeck nicht von anderen Standorten von Windenergieanlagen. Der vorgesehene Anlagentyp, die Enercon E-138 EP3, verfügt über ein automatisches Enteisungssystem, das Eisabwurf verhindert, wie er bei Anlagen älterer Bauart zu beobachten ist. Über Sensoren an den Rotorblättern wird bei dieser Anlage der Grad von Vereisung gemessen. Tritt eine Vereisung ein, wird die Anlage sofort abgeschaltet, und die hohlen Rotorblätter werden von innen mit warmer Luft abgetaut. Sind die Rotorblätter eisfrei, kann die Anlage wieder den Betrieb aufnehmen. Bürgerinnen und Bürger können die Mottbruchhalde also zu jeder Jahreszeit ungehindert und uneingeschränkt für Freizeitaktivitäten nutzen.

    Einbindung in die IGA 2027

    Im Jahr 2027 soll die Internationale Gartenbauausstellung im Ruhrgebiet stattfinden. Getragen wird die IGA 2027 unter anderem vom Regionalverband Ruhr (RVR). Die Stadt Gladbeck will sich mit zwei Projekten beteiligen und hat die Freizeitstätte Haus Wittringen und die sogenannte Haldenlandschaft Brauck mit der Mottbruchhalde als Projektideen angemeldet. Im Gesamtkonzept der Gartenausstellung spielen die Themen Klimaschutz, Energie und Umwelt zentrale Rollen. Durch die bauliche Verbindung von Bergbauvergangenheit und immissionsfreier Energieerzeugung können umweltbezogene Kernfragen zu Klima und Energie für Besucher begreifbar gemacht werden. Die Gladbeck-Wind GmbH bietet beispielsweise an, sich durch einen Energie-Lehrpfad, Schautafeln zum Thema erneuerbare Energien und Energiewende mit in das Themenangebot der IGA einzubringen.

    Gesprächsbereitschaft

    Seit dem Jahr 2011 bemüht sich die Gladbeck-Wind GmbH um einen konstruktiven Dialog mit der Stadtverwaltung Gladbeck. In den zurückliegenden Jahren hat das Unternehmen auch konkrete Vorschläge zu einer gemeinsamen Entwicklung der Haldenlandschaft eingebracht. Auch die Entwicklung vergleichbarer Projekte in Dinslaken, in Moers und in Gelsenkirchen zeigt, dass eine gemeinsame Projektentwicklung mit Stadtgesellschaft und Stadtverwaltung möglich ist. Die Gladbeck-Wind GmbH hat dieses Angebot in den zurückliegenden Jahren mehrmals unterbreitet und zuletzt im Februar 2019, wenige Tage vor der Erteilung der Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, noch einmal bei der Stadtverwaltung bekräftigt. Die Stadt Gladbeck hat gleichwohl wenig später gegen die immissionsrechtliche Genehmigung beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen Klage eingereicht (Az 8 K 1199/19).