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  • Der ganz normale Bahnsinn.

    Wenn Steffen Wirgs seine Bahnen im Becken zieht, ist es nicht selten erst sechs Uhr früh. Als Wettkampfschwimmer trainiert er fast jeden Tag in der Woche, um bei nationalen und internationalen Meisterschaften Bestzeiten zu erkämpfen. Seinen eisernen Willen bringt er aber auch bei der STEAG ein, wo er erst vor Kurzem sein duales Studium abgeschlossen und einen neuen Vertrag erhalten hat.


    Vor dem befreienden Startschuss denkt Steffen Wirgs nur an eines: an gar nichts. „Man ist total auf das Rennen fokussiert“, erklärt er. „Da darf einem nur wenig durch den Kopf gehen. Wenn die Psyche nicht mitspielt, ist alles dahin.“ Mit „alles“ meint der 22-jährige Leistungssportler die unzähligen Trainingsstunden, die er bei seinen Wettkampfvorbereitungen absolviert.

    Sieben bis zehn Mal in der Woche ist Steffen Wirgs im Wasser. Abhängig vom Trainingszyklus klingelt sein Wecker an einigen Tagen bereits um 05 Uhr morgens, damit er eine halbe Stunde später im Schwimmbad seines Vereins SV Gladbeck 13 auf der Matte stehen kann – oder genauer gesagt: auf dem Startblock. Anschließend geht es für ihn zur STEAG nach Essen, wo er als dualer Student angefangen hat und heute das Team des Einkaufs verstärkt.

    Die duale Ausbildung hat den Gladbecker sofort überzeugt: Tagsüber war er in die unterschiedlichsten praktischen Projekte eingebunden. Abends vertiefte er sein Wissen an der privaten FOM Hochschule. „Meine Schwerpunkte waren BWL, VWL und Management“, erläutert der junge Mann. „Die Theorie konnte ich hervorragend in meine täglichen Aufgaben bei der STEAG einfließen lassen und habe von Anfang an viel Verantwortung übertragen bekommen. Und auch die Unterstützung seitens des Unternehmens ist alles andere als selbstverständlich. So war es für mich noch nie ein Problem, Sport und Beruf unter einen Hut zu bringen – vor allem während der Wettkampfphasen.“ Und Wettkämpfe gab es in seinem Leben bereits eine Menge.

    Am 15. Dezember 1996 kommt Steffen Wirgs zur Welt. Einen Tag später ist er bereits Mitglied beim Schwimmverein Gladbeck. Kein Wunder: Schließlich sind auch seine Eltern begeisterte Schwimmer. Als achtjähriger Junge nimmt er an seinem ersten Wettkampf teil. Es folgen zahlreiche Finalteilnahmen und Preise. Doch die erste wirklich große Medaille holt er mit 16: Bronze über 200 Meter Schmetterling bei den Deutschen Meisterschaften im Juniorenbereich.

    Dank des Sports hat er aber auch den Umgang mit Niederlagen gelernt: Bei seinen ersten Deutschen Meisterschaften im Jahr 2012 geht er beim Rennen über 200 Meter Schmetterling früh in Führung. Doch auf der letzten Etappe kann er das Tempo nicht halten und verpasst das Siegertreppchen nur um Haaresbreite. Sechs hundertstel Sekunden haben zum dritten Platz gefehlt. „Das gehört zum Wettkampf einfach dazu. Man gibt nicht auf und kommt umso stärker wieder zurück.“ Mit Leidenschaft, mit Herzblut und vor allem: mit viel Durchhaltevermögen für den ganz normalen Bahnsinn.