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  • Unter den Wolken.

    Rigo Karthein geht zum Machen in den Keller. Und was er da macht, kann man eigentlich nur glauben, wenn man es selber sieht: Das vollständige Cockpit eines Airbus A 320 hat er in Tausenden Arbeitsstunden nachgebaut, inklusive aller Instrumente, originalgetreu bis auf den Millimeter. Mit seinem Flugsimulator fliegt er in seiner Freizeit nach Istanbul, Moskau oder Dubai – grenzenlose Freiheit, weit unter den Wolken.


    „Hoch kommschte meistens!“, lacht Karthein, während er seine Instrumente konzentriert im Blick hat. Gerade landet er seinen Airbus, eine unglaublich komplexe Angelegenheit: Den Wind muss er im Auge behalten, den richtigen Schub geben, das Fahrwerk ausfahren – und dabei immer Anzeigen und Anweisungen des Towers beachten.

    „Bei schwierigen Landungen mit schlechtem Wetter oder starkem Seitenwind habe ich auch schon mal nasse Hände, obwohl es nur eine Simulation ist“, erzählt er. Kein Wunder: Der Aufbau mit den drei riesigen Bildschirmen, den originalgetreuen Steuerungen und der fast perfekten Grafik ist so realistisch, dass man nach wenigen Minuten vergisst, dass das alles gar nicht echt ist.

    Vier Jahre hat es von der Idee bis zum ersten Start gedauert. Im Grunde hat die Arbeit aber bis heute nicht aufgehört: Immer wieder passt er die Technik an die aktuellen Entwicklungen in der echten Welt an, installiert neue Software oder schraubt an den drei Hochleistungsrechnern, die das Herzstück des Systems bilden.

    Und genau da findet sich dann auch die Verbindung zu seiner Arbeit bei der STEAG: „Das räumliche Denken, immer wieder neue Herausforderungen lösen, die Elektronik, das Immer-weiter-Machen: Das hilft natürlich bei der täglichen Arbeit.“ Seit 1983 leistet er die im Kraftwerk in Bexbach, erst im Chemielabor, heute in der Leitwarte. Direkt nach der Lehre „auf der Grube“ hat er hier angefangen – und ist der STEAG bis heute treu geblieben.

    Und auch seinem großen Hobby wird er ganz bestimmt nicht untreu werden – obwohl ein kleiner Seitensprung schon geplant ist: Das nächste Projekt steht in den Startlöchern, eine Cessna soll es werden, die Baupläne hat er sich schon im Internet besorgt. Und dann heißt es demnächst wieder: Ab zum Machen in den Keller.