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  • Enrico Pavel-Goldberg

    Erneuerbare Energien

    Im Umfeld der erneuerbaren Energien hat Enrico Pavel-Goldberg Fuß gefasst. Wie seine Arbeit rund um unsere Windparks aussieht, erzählt er uns im Interview.


    Zur Person 
    Enrico Pavel-Goldberg (42) ist seit 2014 für die STEAG New Energies tätig. Bei seiner Arbeit kümmert er sich nicht nur um den Windpark Ullersdorf, sondern betreut u. a. auch Anlagen im Ruhrgebiet.  

    Wann und wie sind Sie zur STEAG gekommen?
    Ich war viele Jahre als Servicetechniker für Windenergieanlagen unterwegs. Im Mai 2014 wurde ich durch eine Zeitungsannonce auf die mir bis dato unbekannte STEAG aufmerksam. Für den gerade im Bau befindlichen Windpark Ullersdorf in der Nähe von Fürstenwalde wurde ein Mitarbeiter für die Betriebsführung mit Erfahrung in der Windenergiebranche gesucht. Im Juli 2014 wechselte ich dann zur STEAG New Energies.

    Wie sieht ein typischer Arbeitstag in einem Windpark aus?
    Erst einmal vorweggesagt: Einsätze vor Ort machen nur einen Bruchteil der Tätigkeit im Rahmen der Betriebsführung für Windenergieanlagen aus. Im Windpark sind wir in erster Linie für reine Inspektionsarbeiten tätig. Wir befahren die einzelnen Anlagen 1- bis 2-mal jährlich, um den aktuellen Zustand zu dokumentieren. Hierbei wird die Anlage gestoppt und alle zugänglichen Bereiche der Anlage werden begutachtet. Es wird unter anderem kontrolliert, ob bereits bekannte Mängel abgestellt wurden beziehungsweise ob neue Mängel aufgetreten oder dazugekommen sind. Hierfür ist der Aufstieg oder besser die Auffahrt mit einem Lift in das Maschinenhaus notwendig.

    Für den Aufstieg muss man natürlich höhentauglich sein, schließlich geht es bis zu 140 m in die Höhe. Je nach Witterungsbedingungen kann es auf einer Windenergieanlage außerdem ziemlich warm, im Sommer bis über 40 °C, aber auch ziemlich kalt mit Minusgraden im Winter sein. Es ist teilweise ziemlich eng und ölig. Wegen der Höhe und der damit verbundenen Gefahren sind auch spezielle Sicherheitsmaßnahmen und das Tragen von spezieller persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz notwendig.

    Andere Aufgaben, die im Windpark anfallen, sind zum Beispiel diverse Maßnahmen, die sich auf Natur- und Umweltschutz beziehen, wie z. B. die Betreuung des Monitorings zum Schutz von Fledermäusen. Gutachter und Prüfer besuchen uns regelmäßig genauso wie verschiedene Servicefirmen. Diese Personen müssen dann vor Ort eingewiesen werden. Arbeiten am Umspannwerk und an den Kabeltrassen werden ebenfalls von uns betreut.

    Vor allem steht aber auch Büroarbeit an. Dazu gehören die Überwachung der Anlagen am PC mithilfe von spezieller Managementsoftware, die Auswertung der Betriebsdaten, Fehleranalysen und Fehlererkennung sowie die Überwachung der Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen. Dienstleistungen, die am Standort anfallen, müssen in Auftrag gegeben werden, was auch die Korrespondenz mit den Servicefirmen, Herstellern und Behörden beinhaltet. Verschiedene Ereignisse sind zu protokollieren und Wartungs-, Reparatur- und Einsatzberichte zu prüfen. Im Anschluss muss dann natürlich auch alles archiviert werden.

    Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit besonders?
    An meiner Arbeit schätze ich besonders, dass sie so abwechslungsreich ist und mit vielen verschiedenen Aufgaben aus den Bereichen Elektrotechnik, Mechanik und Umweltschutz ein breites Themenspektrum abhandelt. Durch die wechselnden Arbeitsorte und die damit verbundene Reisetätigkeit kommt keine Langeweile auf. Verschiedene Anlagen, Standorte und Steuerungskonzepte erfordern nicht nur eigenständiges und eigenverantwortliches Handeln, sondern stellen mich auch immer wieder vor neue Herausforderungen. Den tollen Ausblick von oben gibt es dann noch gratis dazu.

    Welchen Rat können Sie jungen Kollegen/Kolleginnen geben, die in der Energiebranche Karriere machen wollen?
    Man muss immer flexibel bleiben, denn der Markt der Energieerzeugung ist aktuell starken Veränderungen unterworfen und ständig in Bewegung. Leider muss man auch mit negativen Erscheinungen wie zum Beispiel der Schließung von Kraftwerken rechnen. Aber es gibt immer neue Technologien und Entwicklungen und damit auch wieder neue Chancen. Deshalb ist auch Fort- und Weiterbildung sehr wichtig. Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. Die Rahmenbedingungen ändern sich ständig, es bleibt auf jeden Fall spannend.

    Was bedeutet für Sie die STEAG-Familie bei der STEAG New Energies?
    Ob ich nun für STEAG oder STEAG New Energies tätig bin, macht für mich keinen großen Unterschied. Die STEAG New Energies ist ein fester Bestandteil von STEAG. Die Unternehmen sind sehr eng verflochten und werden von mir im Berufsalltag auch fast immer als eine Einheit wahrgenommen. Aus diesem Grund ist für mich die STEAG-Familie auf jeden Fall ein konzernweites Phänomen.