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  • Anna und Joël Wagner

    Produktmanagerin in Elternzeit und Technical Director

    Anna und Joël Wagner hatten ihre ersten Berührungspunkte mit STEAG im Kraftwerk. Heute sind sie in Singapur. Wie sich ihre berufliche Laufbahn dahin entwickelt hat, beantworten sie im Interview.


    Zur Person

    Joël Wagner (34) ist durch die Erprobung eines innovativen Systems der STEAG Energy Services an einem anderen Kraftwerksstandort auf uns aufmerksam geworden. Seine erste Aufgabe bei STEAG war es dann, dieses System als Produktmanager weiterzuentwickeln. 


    Anna Wagner (33) hat bereits während ihres Studiums ein Praktikum im Kraftwerk Lünen gemacht. Nach ihrem Master hat sie sich dann bei der STEAG Energy Services beworben.

    Wie sind Sie zu STEAG gekommen und wo haben Sie begonnen?
    Joël Wagner: Ich habe mein duales Studium bei RWE Power absolviert – eine Ausbildung zum Industriemechaniker mit anschließendem Studium Maschinenbau (Fachrichtung Energie- und Kraftwerkstechnik). Die vorlesungsfreie Zeit verbrachte ich im Kraftwerk Neurath in der Abteilung Kessel- und Apparatetechnik. Mein Ziel war damals, möglichst viel vom Kraftwerksbetrieb und der damit verbundenen Instandhaltung und Optimierung kennenzulernen. Gegen Ende meiner Zeit bei RWE habe ich mich intensiv mit der Qualifizierung des Onlinesystems zur Überwachung hoch beanspruchter Rohrleitungen befasst. Das System wurde von der STEAG Energy Services entwickelt und am Standort Neurath erprobt. Als STEAG mir die Chance bot, das System als Produktmanager weiterzuentwickeln, war mir relativ schnell klar, dass ich ins Ruhrgebiet wechseln werde. Mich reizte die Kombination aus Produktstrategie, technischer Detailtiefe, Produktmarketing und der Beratung von Kunden im nationalen und internationalen Kontext. Mich reizte schon damals das Reisen in ferne Länder.
    Anna Wagner: Ich habe ein Jahrespraktikum und ein studienbegleitendes Praktikum im Kraftwerk Lünen gemacht und mich nach Abschluss meines Masters im Bereich Maschinenbau bei der STEAG Energy Services im Bereich System Technologies beworben. Während meines Studiums habe ich mich mit Simulationsmethoden im Bereich CFD befasst. Der Umgang mit Daten und die damit verbundene Optimierung von technischen Sachverhalten waren mir nicht neu. Das junge Team und der offene Umgang in der Abteilung Energy Management Systems sprachen mich damals sehr an.

    Bevor Sie bei STEAG begonnen haben, waren Sie bei einem anderen Energieunternehmen. Was war für Sie der größte Unterschied?
    Joël Wagner: Der größte Unterschied war sicherlich die internationale kundenorientierte Ausrichtung der STEAG Energy Services. Bei RWE war ich in erster Linie an den Standort Neurath und das rheinische Braunkohlerevier gebunden. Bei RWE ging es darum, einen möglichst sicheren, stabilen und gleichzeitig wirtschaftlichen Kraftwerksbetrieb zu gewährleisten. Bei STEAG Energy Services bin ich als Produktmanager auf internationalen Veranstaltungen aufgetreten und habe das System strategisch weiterentwickeln dürfen. Mein persönlicher Gestaltungsspielraum und das mir entgegengebrachte Vertrauen waren neben einem vergleichsweise jungen, dynamischen Team attraktive Aspekte für den Wechsel ins Ruhrgebiet.

    „Mein persönlicher Gestaltungsspielraum und das mir entgegengebrachte Vertrauen waren neben einem vergleichsweise jungen, dynamischen Team attraktive Aspekte für den Wechsel ins Ruhrgebiet.“

    Heute sind Sie bei APDP einem JV von STEAG und Macquarie in Singapur. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
    Wir sind hier in Singapur ein multidisziplinäres Team, um technische, juristische und kommerzielle Aspekte im Rahmen der Entwicklung von Energieprojekten abdecken zu können. Als Technical Director verantworte ich den Bereich Technik. Grundsätzlich geht es darum, die bestmögliche technische Unterstützung bei der Identifizierung, Bewertung und Implementierung von Kraftwerksprojekten sicherzustellen. Das war anfangs eine große Herausforderung. Inzwischen haben wir viel über die Fokusregionen gelernt und uns ein gutes Netzwerk aus Partnern und Beratern aufgebaut. Auch die Kollegen der STEAG Energy Services unterstützen unsere Aktivitäten vor Ort. Von „Arbeitsalltag“ kann ich eigentlich nicht sprechen, da die Aufgaben im Rahmen der Projektentwicklung sehr vielseitig sind und sich je nach Projekt und Technologie unterscheiden. Verbindendes Element ist eine stets präsente unternehmerische Denk- und Herangehensweise.  Wir konzentrieren uns derzeit auf Wind- und Solar-(PV-)Projekte in Vietnam und Indonesien. Gerade Vietnam verfolgt ehrgeizige Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien. Das ist echt spannend. Neben lokalen haben auch internationale Entwickler, Investoren, EPCs und Dienstleister Vietnam als Fokus in Südostasien identifiziert. Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich um ein Land handelt, das wenig Erfahrung bei der Entwicklung von Wind- und Solarprojekten hat. Hier ist also noch echte Pionierarbeit gefragt. Die offene, unternehmerische Mentalität der Vietnamesen erleichtert den Austausch. Nach vielen Reisen und Gesprächen vor Ort bin ich davon überzeugt, dass wir insbesondere im Bereich Technik einen echten Mehrwert bei der Entwicklung und Optimierung von Energieprojekten darstellen können. Beispiele sind hier zum Beispiel das Planen und Ausführen von Windmesskampagnen, die Ausschreibung und Auswahl von Windturbinen oder die techno-ökonomische Optimierung von Solarprojekten. Auch das Thema Batteriespeicher als Ergänzung zur volatilen Einspeisung von Erneuerbaren wird immer häufiger diskutiert. Hier ist STEAG ja bereits als Vorreiter in Deutschland etabliert.

    Wie hat STEAG Sie und Ihre Familie beim Wechsel nach Asien unterstützt?
    Joël Wagner: Wir wurden von Beginn an sehr gut durch das Personalmanagement in Essen beraten. Bei der Wohnungssuche, Vertragsbetreuung, bei behördlichen Notwendigkeiten und der Schwangerschaft meiner Frau wurden wir – wenn erforderlich – sehr kurzfristig unterstützt. Frau Minzlaff hat hier wirklich stets ein offenes Ohr und Verständnis für die Situation im Ausland.

    Welche Tipps haben Sie und Ihre Frau für Deutsche, die in Asien ankommen?
    Anna Wagner: Wir können hier nur für Singapur sprechen, da Asien doch sehr unterschiedlich sein kann. Über diverse Facebook-Gruppen für Expats in Singapur, Playdates für unseren Sohn und die Community in unserem Wohnkomplex haben wir sehr schnell Anschluss zu anderen Expats und deren Kindern gefunden. Das Leben in Singapur ist sehr gut organisiert, unterscheidet sich aber auch von Deutschland. Vieles wird hier über das Handy und diverse Apps organisiert. Dazu sind Tipps von anderen Expats und ein gutes Netzwerk wirklich viel wert.
    Joël Wagner: Uns war von Beginn an klar, dass wir dieses Abenteuer nur gemeinsam als Familie meistern werden. Es ist wirklich klasse, wie schnell meine Frau hier Anschluss gefunden hat. Zum Glück hat meine Frau Verständnis für die asiatischen Arbeitszeiten und hält mir, wo es geht, den Rücken frei. Mir ist klar, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Ich kann daher anderen, die vor einer ähnlichen Situation stehen, nur raten, sich im Vorfeld und kontinuierlich über Interessen und Wünsche auszutauschen. Uns hat die Zeit hier als Familie weiter zusammengeschweißt. Wer offen für fremde Kulturen ist (Singapur ist hier ein echter „Schmelztiegel“), der wird sehr auf seine Kosten kommen und sowohl beruflich als auch privat seinen Horizont immens erweitern. Ich bin sehr froh über die Chance, hier leben und arbeiten zu können.

    Was ist für Sie beide der größte Unterschied zwischen dem Ruhrgebiet und Singapur?
    Uns beiden fehlt neben dem Segelfliegen, das hier aufgrund des Klimas und der damit verbundenen fehlenden Thermik nicht möglich ist, auch die Nähe zur Natur. Ein spontanes Wochenende in Holland und eine Radtour bei milden Temperaturen in der Natur ist hier nicht ohne Weiteres möglich. Stattdessen haben wir spannende Reisen in China und Japan unternommen.