Tiefenwärme für bayerische Touristenattraktion

Seit mehr als 20 Jahren bietet STEAG New Energies Fernwärmeversorgung auf geothermischer Basis an. Einer der wichtigsten Kunden ist die THERME ERDING. Das STEAG-Tochterunternehmen baut für das weltweit größte Thermalbad eine neue Energiezentrale.

Als eine Explorationsfirma Anfang der 1980er-Jahre im bayerischen Erding nach Erdöl bohrte, wurde sie zwar fündig, aber anders als geplant: In den Tiefen unter der altbayerischen Herzogstadt, knapp 40 Kilometer nordöstlich von München gelegen, fand sich kein „schwarzes Gold“, sondern 65 Grad heißes Thermalwasser – heute Grundlage für eines der zukunftsweisendsten Geothermieprojekte in ganz Deutschland. Ein Fünftel des Wärmebedarfs der 35.000 Einwohner zählenden Kreisstadt wird inzwischen aus Geothermie gedeckt. Und auch die THERME ERDING, mit über 1,8 Millionen Besuchern jährlich eine der Hauptattraktionen Bayerns, wird mit der klimafreundlichen Wärme aus dem Erdinneren versorgt.

Dazu wird heißes Thermalwasser aus 2.300 Meter Tiefe gefördert und auf zwei Heizwerke verteilt. Dort erwärmt das Thermalwasser über Wärmetauscher, Absorptionswärmepumpen und nachgeschaltete erdgasbefeuerte Heißwasserkessel das Fernwärmewasser. Dieses wird in einer Vorlaufleitung zu den Kunden transportiert, in der Rücklaufleitung zurück ins Heizwerk.

"Mit der STEAG-Lösung für uns hatten wir eine glückliche Hand: Sie liegt genau unter unseren Füßen."

Jörg Wund, Geschäftsführer der THERME ERDING 

Jörg Wund, Geschäftsführer der THERME ERDING und größter Geothermie-Kunde, bezieht nicht nur Erdwärme für Gebäude und warmes Duschwasser, er lässt auch das gesamte Wasser für die Bäder der Therme auf diese Weise erwärmen. „Mit der STEAG-Lösung für uns hatten wir eine glückliche Hand: Sie liegt genau unter unseren Füßen“, sagt der Unternehmer. Mit Erlebnis- und Entspannungsbädern und Saunen hat sein Familienunternehmen in den vergangenen 20 Jahren 25 Millionen Besucher nach Erding gelockt. „Ideen haben wir noch viele. Wir wollen den Standort in den nächsten zehn bis 20 Jahren weiterhin ausbauen.“

Dafür legt STEAG mit dem Erweiterungsbau einer neuen Energiezentrale nun den Grundstein: Seit dem Herbst vergangenen Jahres arbeiten Teams von STEAG New Energies und STEAG Technischer Service an dem Bau eines innovativen Blockheizkraftwerkes (BHKW) in Kombination mit zwei Wärmetauschern und einer Kompressionswärmepumpe der neuesten Generation. „Unser neues BHKW wird eine Leistung von etwa einem Megawatt elektrisch haben und uns den Strom für den Antrieb der neuen Kompressionswärmepumpe liefern“, erklärt Anton Schmitt, Betriebsstättenleiter bei STEAG New Energies in Erding.

Technisch wegweisend sind auch die neuen Wärmespeicher – zwei wärmegedämmte Stahlkessel mit einem Fassungsvermögen von jeweils 150 Kubikmetern. „Darin können wir zu Zeiten mit geringer Wärmeabnahme durch unsere Kunden Wasser mit bis zu circa 110 Grad Celsius zwischenspeichern“, erläutert Anton Schmitt. „Diese gespeicherte Wärme steht dann zu Zeiten mit hoher Wärmeabnahme zusätzlich zur Verfügung. Das erhöht auch die Versorgungssicherheit.“