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  • Dena-Studie belegt:

    Ohne Fernwärme keine Energiewende in Ballungsräumen

    Planfeststellungsverfahren für Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr abgeschlossen

    Das Fazit der am 26. November von der Deutsche Energie-Agentur (dena) vorgestellten Studie „Urbane Energiewende“ lautet: Fern- und Nahwärmenetze leisten in Ballungsräumen einen wichtigen Beitrag zur „Wärmewende“ vor Ort. Denn für das Gelingen der Energiewende in Deutschland spielt eine ressourcenschonende und CO2-arme Lösung für die Wärmeversorgung eine zentrale Rolle. Verantwortungsvoller Umgang mit Energie in allen Lebensbereichen ist der Schlüsselfaktor für effektiven Umwelt- und Klimaschutz. Die geplante Fernwärmeschiene  Rhein-Ruhr könnte einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der CO2-Einsparungsziele des Landes NRW leisten. 

    „Die Ergebnisse der Studie sind deutlich: Fernwärme ist für das Erreichen der nationalen Energiewendeziele im Gebäudebereich in Ballungsräumen von entscheidender Bedeutung.“

    Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung, STEAG GmbH  

    Das Energiesystem der Zukunft muss derzeit noch voneinander isolierte Wirtschafts- und Lebensbereiche vernetzen. Arbeiten, Wohnen, Mobilität und Energie müssen als Teile ein- und desselben Systems verstanden werden. Aus diesem Grund haben sich mehr als 30 namhafte Unternehmen und Verbände als Projektpartner bei der Ausarbeitung der Studie engagiert – von Stadtwerken über Energieversorger, Wohnungsunternehmen, Handelsunternehmen, Logistik bis hin zur Elektrotechnik. Mit dabei ist auch die STEAG.

    „Die Ergebnisse der Studie sind deutlich: Fernwärme ist für das Erreichen der nationalen Energiewendeziele im Gebäudebereich in Ballungsräumen von entscheidender Bedeutung“, sagt Joachim Rumstadt, der Vorsitzende der Geschäftsführung der STEAG GmbH. Neben der reinen CO2-Einsparung geht es dabei auch um den Komfort für die Bewohner und Nutzer der Gebäude. Leitungsgebundene Nah- und Fernwärmelösungen ermöglichen es, mit Öl und Gas betriebene Gebäudeheizungen ohne Komfortverlust für die Bewohner abzulösen. Aufgrund des nun erfolgten Einstiegs in die CO2-Bepreisung für fossile Heizbrennstoffe kann es Immobilienbesitzern mit Fernwärme gelingen, den Anstieg der Energiepreise zu bremsen und Mieten stabil zu halten.

    Dabei untersuchte die Studie auch die erheblichen Effizienzvorteile von integrierten, großräumigen Fernwärmelösungen. Fernwärmeschienen, die quartiers- und auch städteübergreifend zu einem großen Versorgungsgebiet zusammenführen, können viele verschiedene Wärmequellen anbinden. Die Abwärme zum Beispiel auch aus großen Industriebetrieben kann anschließend effizient über große Entfernungen zu den Kunden geliefert werden. Konkrete Pläne, die klimafreundliche Fernwärmeversorgung im Ruhrgebiet auszubauen, liegen vor.  

    STEAG prüft gemeinsam mit Partnern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die bestehende Fernwärmeschiene Ruhr mit der geplanten zur Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr (FWSRR) zu verbinden, also das vorhandene Leitungsnetz im Herzen des Ruhrgebiets nach Westen bis an den Niederrhein zu verlängern. Auf diese Weise sollen weitere Wärmequellen auf Basis erneuerbarer Energien und industrielle Abwärme in den Verbund integriert werden. Durch die Zusammenführung beider Fernwärmeschienen und den Ausbau des Netzes können jährlich rund 100.000 Tonnen CO2 im Ruhrgebiet eingespart werden. Damit würde die Fernwärmeschiene  Rhein-Ruhr einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der CO2-Einsparungsziele des Landes NRW leisten. Nach dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens ist jetzt die Politik am Zug. „Für so ein großes Infrastrukturprojekt fehlen bisher die politischen und förderrechtlichen Rahmenbedingungen“, sagt Joachim Rumstadt. Zwar haben CDU und FDP nach den Landtagswahlen im Jahr 2017 das Projekt als energiepolitisches Ziel in den Koalitionsvertrag aufgenommen, konkret wurde die Landesregierung aber bisher nicht.