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Im April 2018 nahmen die STEAG-Mitarbeiter in Gröditz das neue BHKW in Betrieb.

Kooperationen mit Know-how

Immer mehr Kommunen wünschen sich eine weitgehend autarke Energieerzeugung, die individuell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Doch einerseits fehlt oft das Know-how, andererseits sind mit Blick auf beschränkte Finanzmittel Kooperationen notwendig – immer wieder und immer öfter ein Fall für STEAG New Energies.

Über 200 dezentrale Anlagen betreibt STEAG New Energies (SNE) deutschlandweit – Biomasse- und Block-Heizkraftwerke einmal quer durch die Republik vom hohen Norden in den tiefen Süden. „Wir arbeiten schon seit Jahrzehnten erfolgreich mit oder für Kommunen und Stadtwerke“, sagt Thomas Billotet, der innerhalb der SNE-Geschäftsführung das Technikressort verantwortet. „Dabei kommen die unterschiedlichsten Modelle zum Tragen: von Dienstleistungen für Planung, Bau, Optimierung oder Betrieb einer dezentralen Anlage über Contracting- Modelle bis hin zu gemeinsamen Gesellschaften im Bereich Fernwärmeversorgung. Wir dürfen also mit Fug und Recht behaupten, dass wir reichlich Erfahrung gesammelt haben.“

Zum Beispiel in Ilmenau. In der thüringischen Universitätsstadt engagierte sich STEAG New Energies bereits kurz nach der Wende und gründete 1991 gemeinsam mit der Stadt die Ilmenauer Wärmeversorgung GmbH (IWV). Mit dem Know-how der STEAG-Ingenieure sanierte und erweiterte die IWV zunächst das städtische Fernwärmenetz und baute eine Kraft-Wärme-Kopplungs- Anlage, die 1995 in Betrieb ging. Steigendes Umweltbewusstsein in den städtischen Gremien und die ausgeprägte Innovationskraft der SNE führten zu dem Beschluss, ein Biomasse-Heizkraftwerk zu bauen, 2003 erfolgte der erste Spatenstich.

Das Biomasse-Heizkraftwerk in Ilmenau deckt ein Viertel des Stromverbrauchs der Universitätsstadt in Thüringen.

„Wir wollten die Abhängigkeit von Strom aus Primärenergie mildern, indem wir auf dezentrale Energieerzeugungsanlagen setzen, und die für uns optimale Variante war und ist dieses Biomasse-Heizkraftwerk“, sagt Gerd Michael Seeber, damals wie heute Oberbürgermeister in Ilmenau. Nach nur 16-monatiger Bauzeit nahm die Biomasse-Heizkraftwerk Ilmenau GmbH (BHI), eine eigens gegründete gemeinsame Gesellschaft der STEAG New Energies und der IWV, das Biomasse-Heizkraftwerk in Betrieb. 15 Millionen Euro investierte die BHI in diese Anlage, die seitdem ein Viertel des Stromverbrauchs der 26.000-Einwohner-Stadt und die Hälfte der Fernwärmeenergie abdeckt und Ilmenau in Thüringen an die Spitze der Städte mit der höchsten Nutzung Erneuerbarer Energien katapultierte.

„Der Weg von den Großversorgern hin zur lokalen Versorgung ist gut“
Zweieinhalb Autostunden weiter östlich lässt sich ein weiteres Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen einer Kommune und Energieunternehmen finden: Bereits seit 1993 versorgt STEAG New Energies im sächsischen Gröditz Industriekunden, öffentliche Gebäude und Privatkunden aus dem städtischen Heizwerk über ein 23 Kilometer langes Rohrleitungsnetz mit Fernwärme. Und auch hier bringen die SNE-Ingenieure seitdem ihr innovatives Wissen ein. Zuletzt mit einem grundlegenden Umbau der Erzeugungsanlage: Im April dieses Jahres nahm das Energieunternehmen ein neues Blockheizkraftwerk in Betrieb, das mittels Kraft-Wärme-Kopplung sowohl zwei Megawatt Strom als auch Wärme erzeugt. Rund 2,7 Millionen Euro investierte die SNE hierfür und wieder fiel die Bauzeit mit lediglich zwölf Monaten vergleichsweise kurz aus. Und auch hier zeigt sich die Kommunalpolitik zufrieden mit der Kooperation: „Der Weg von den Großversorgern hin zur lokalen Versorgung ist gut“, sagt Oberbürgermeister Jochen Reinicke.

„Dieser Umbau ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir die bestehende Infrastruktur sinnvoll ausbauen und erneuern“, erklärt Thomas Billotet. „Im Ergebnis sind sowohl die Anlage als auch die Ausnutzung des Brennstoffs – in diesem Fall Das Biomasse-Heizkraftwerk in Ilmenau deckt ein Viertel des Stromverbrauchs der Universitätsstadt in Thüringen. HANDELN Erdgas – effizienter geworden. Der sogenannte Primärenergiefaktor der Anlage ist von 1,2 auf 0,7 gesunken, das schont Energieressourcen. Und der Wirkungsgrad der gesamten Anlage ist mit 87 Prozent beachtlich hoch. Damit wird der Wärmebezug aus dem Heizkraftwerk Gröditz für bisherige, aber auch für potenzielle Abnehmer noch attraktiver.“

Auch in Kommunen im Westen der Republik ist STEAG als Kooperationspartner begehrt. Im rheinland-pfälzischen Mayen beispielsweise, wo die 1998 von SNE, den ortsansässigen Stadtwerken und der Papierfabrik WEIG-Karton gegründete Fernwärmeversorgung Mayen geradezu Vorbildcharakter für eine nachhaltige Energienutzung entwickelt hat: Wurden bis zur Gründung dieses Kooperationsunternehmens öffentliche und private Gebäude aus vielen dezentralen Anlagen auf Basis von Heizöl und Erdgas beheizt, wird nun fast ausschließlich industrielle Abwärme aus der Kartonagenherstellung eingesetzt und so der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid in der gesamten Region erheblich reduziert.

„Auf diese Weise haben wir die jährliche CO2-Produktion um rund 5.400 Tonnen reduzieren können“, sagt Thomas Billotet. „Außerdem haben wir das Leitungsnetz auf rund zwölf Kilometer ausgebaut, sodass jetzt rund 240 Objekte mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden können.“

Auszeichnung für vorbildliche Kooperationsprojekte mit Kommunen
Kein Wunder also, dass dieses landesweit beispiellose Projekt auch in der Politik auf positive Resonanz gestoßen ist: Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium zeichnete STEAG New Energies und die Stadt Mayen im Jahr 2014 im Rahmen des Wettbewerbs , Mittelstandsfreundliche Kommunen 2014‘ mit dem Tandem-Preis für vorbildliche Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Kommunen aus.

Noch sehr viel länger ist STEAG im benachbarten Bundesland Baden-Württemberg engagiert. 1964 begann das Energieunternehmen in Winnenden, den Stadtteil Schelmenholz mittels einer zunächst mobilen Energiezentrale mit Fernwärme zu versorgen. Heute bietet die Fernwärme Winnenden GmbH & Co. KG als Kooperationsunternehmen der Stadtwerke Winnenden und der SNE einen Anschlusswert von 45 Megawatt und versorgt neben Schelmenholz die Neubaugebiete Waiblinger Berg und Lange Weiden sowie Teile der Innenstadt. Insgesamt ist die jährliche Wärmeproduktion ausreichend für 3.500 Einfamilienhaushalte.

Und auch in Winnenden bewiesen die STEAG-Ingenieure, wie sich Standorttreue und der Wille zur stetigen Erneuerung gegenseitig befruchten können: Aus einem mit Kohle betriebenen Heizwerk entwickelten sie zu Beginn der 1990er-Jahre eine Anlage, die mit Gas und leichtem Heizöl befeuert wurde. Ab 1997 wurde auch das in der nahe gelegenen Hausmülldeponie Eichholz anfallende Deponiegas für die Energieerzeugung genutzt. Und 2012 schließlich wurde das Heizwerk zu einem Blockheizkraftwerk erweitert, das mittels eines mit Erdgas betriebenen Gasmotors eine elektrische und eine thermische Leistung von je zwei Megawatt erbringt.

„Auch an diesem Standort haben wir die Energieeffizienz der Versorgung nachhaltig verbessert“, erläutert Thomas Billotet. „Mit dem jüngsten Umbau wurde der Primärenergiefaktor von 0,71 auf 0,51 verbessert. Und die regenerativ erzeugte Wärme ersetzt die Wärmeerzeugung insbesondere in der Grundlast, sodass die weiterhin bestehende konventionelle Kesselanlage nur bei erhöhtem Wärmebedarf zugeschaltet werden muss. Damit haben wir wieder einen wichtigen Baustein für eine sichere und umweltfreundliche Energieversorgung gesetzt.“

Kompetente Fachkräfte haben die Leistung laufend im Blick.