Brasilien: Starkes Wachstum mit erneuerbaren Energien

SES do Brasil baut Marktposition seit Anfang 2017 deutlich aus.

Mitte Juli 2018 schloss STEAG Energy Services (SES) do Brasil neue Wartungsverträge für acht Windkraftparks und weitere Betriebsführungsvereinbarungen für Solarkraftwerke ab. Die STEAG-Tochter übernimmt damit die Betriebsführung und Instandhaltung (O&M) bei mehr als 30 EE-Anlagen (Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft und Biomasse). Nun betreut das Unternehmen im brasilianischen Markt für erneuerbare Energien (EE) Projekte mit einer Gesamtleistung von ca. 2,8 Gigawatt (GW). Das Team für erneuerbare Energien besteht inzwischen aus 150 Mitarbeitern.

Mit 208 Millionen Einwohnern ist Brasilien der größte Staat Südamerikas und stellt fast die Hälfte der Bevölkerung des Kontinents. Entsprechend hat das Land den bedeutendsten Energiemarkt der Region. Laut dem Energie-Entwicklungsplan des brasilianischen Bergbau- und Energie-Ministeriums sollen die Erzeugungskapazitäten bis 2024 um rund 80 GW auf insgesamt 224 GW ausgebaut werden. Wie schon in den vergangenen Jahren spielen dabei die erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle. Besonders der Anteil von Windkraft- und Solaranlagen soll erhöht werden.

Zu den Hauptkunden der SES do Brasil zählen führende Investoren des Landes. Die meisten dieser Kunden sind auch bedeutende internationale Akteure. Ausgangspunkt des erfolgreichen Ausbaus der Marktposition waren die Erfahrungen, die SES do Brasil seit 2014 im Segment Biomasse gesammelt hat. Initialzündung war dann die Übernahme mehrerer O&M-Verträge für Wind- und Wasserkraftprojekte Anfang 2017. Die STEAG-Tochter ist zu einem wichtigen lokalen Anbieter geworden und nimmt an zahlreichen aktuellen Ausschreibungen teil. Das Unternehmen profitiert dabei von der langen Erfolgsgeschichte des Konzerns als Planer und Betreiber von Kraftwerken.

Anfang 2017 errichtete SES do Brasil in einer Rekordzeit von vier Monaten ihre zentrale Leitwarte für Monitoring und Fernsteuerung (CMO) in Rio de Janeiro. Von hier aus führt und überwacht das Unternehmen aus der Ferne mehrere Kraftwerke im ganzen Land, und das rund um die Uhr. Für den Betrieb der Anlagen ist nicht immer festes Personal vor Ort erforderlich. Lediglich für Wartungsarbeiten und Inspektionen werden lokale Teams eingesetzt. Ein Team von Ingenieuren und Technikern von der Zentrale in Rio de Janeiro bietet Unterstützung als Back-Office-Support.

Im Zentrum für Monitoring und Fernbetrieb (CMO) in Rio de Janeiro überwacht und steuert das SES-Team mehrere Kraftwerke

Im Bereich Windkraft umfasst das Portfolio mittlerweile Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1.934 MW. Im Juli 2018 wurde ein Vertrag mit Cubico Sustainable Investments über den Betrieb und die Wartung der elektrischen Ausrüstung von acht verschiedenen Windparks in Brasilien mit einer Gesamtleistung von 564 MW geschlossen. Diese liegen in den drei östlichen Bundesstaaten Ceará, Pernambuco und Piaui sowie in Rio Grande do Sul, dem südlichsten Landesteil an der Grenze zu Uruguay. 

Strategisch wichtig für die SES war die Expansion in den Bereich Solar-Photovoltaik (Solar-PV). So konnte die SES do Brasil in den vergangenen eineinhalb Jahren mehrere O&M-Verträge für große Solaranlagen abschließen. Inzwischen ist das Unternehmen für die Betriebsführung von Solarparks mit insgesamt 482 MW verantwortlich. Damit ist die STEAG-Tochter Marktführer in dem noch kleinen aber schnell wachsenden Markt. Das von SES do Brasil entwickelte O&M-Konzept für Solar-Photovoltaik schließt die regelmäßige Reinigung der Solar-PV-Module mit ein. Dafür hat das Unternehmen eine spezielle Reinigungsmaschine aus Italien importiert. Zwei weitere dieser Maschinen sollen demnächst folgen.

Das Konzept der Betriebsführung und Instandhaltung bei Solar-Photovoltaik umfasst die Reinigung von PV-Modulen. Photo Credit: Partner ENGIE Solar – Floresta Solar PV Project

SES do Brasil hat ebenfalls die Know-how-Basis für Wasserkraftprojekte erweitert. Momentan erbringt das Unternehmen Betriebsführungs- und Instandhaltungs-Dienstleistungen für zwei mittelgroße Anlagen in Barra dos Coqueiros an der Ostküste mit 90 MW und Caçu in Zentral-Brasilien mit 65 MW Leistung – neben mehreren Klein-Wasserkraftwerken mit Kapazitäten unter 30 MW. Das aktuelle Projektportfolio für Wasserkraft umfasst insgesamt 290 MW. Bei den größeren Projekten gibt es lokale Betriebs- und Wartungsteams, die kleineren Anlagen werden über das CMO betreut.

Da in Brasilien die Betreiber von Windparks auch für die Übertragungsleitungen verantwortlich sind, übernahm die SES do Brasil Ende 2017 ebenfalls die Betriebsführung von knapp 300 Kilometer Übertragungsleitungen (500 kV) im Nordosten des Landes.