Prof. Dr.-Ing. Wolfgang A. Benesch leitet bei STEAG Energy Services den Bereich Energy Technologies. Hier beraten rund 120 hoch qualifi zierte Mitarbeiter weltweit und technologieoffen Kunden zu den Themen Engineering, Owner’s Consulting und Power Business Consulting. Im STEAG-Konzern ist er zudem für Forschung und Entwicklung verantwortlich. Was treibt ihn an?

Wolfgang Benesch

Zur Person
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang A. Benesch, Jahrgang 1953, hat Allgemeinen Maschinenbau an der Ruhr-Universität Bochum studiert und dort auch promoviert. Seit dem Sommersemester 2009 vermittelt er als Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Energieanlagen und Energieprozesstechnik an der Ruhr-Universität Bochum den Studenten praxisnahe Kenntnisse auf dem Gebiet der Kraftwerkstechnik. Im Frühjahr 2016 wurde er zum Honorarprofessor ernannt. Bei STEAG ist er seit 1984 in verschiedenen Positionen tätig.

An welchen konkreten Projekten arbeiten Sie derzeit?
 Das Arbeitsspektrum spiegelt die Themen der Energiewende wider. Dazu gehören Projekte zur Optimierung konventioneller Kraftwerke bis hin zu den klassischen Erneuerbaren Wind, Sonne und Biomasse. In Deutschland spielt traditionell die industrielle Kraftwirtschaft eine große Rolle, international sind unsere Erfahrungen mit der Energie wende sowohl im konventionellen wie auch im erneuerbaren Bereich gefragt. Spannend ist zudem, dass im Ausland der Gleichklang von Ökologie und Ökonomie ohne Vorgabe des technischen Weges derzeit stärker gefragt ist als bei uns. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung werden die Themen stark von der Energiewende beeinfl usst, so bildet die Erforschung von Speichermöglichkeiten, kurz „Power to X“ einen Schwerpunkt. Unser Ziel ist es, bei unseren Forschungsprojekten neue Techniken mit überschaubaren Risiken kurzfristig umzusetzen.

Über welches erfolgreich abgeschlossene Projekt haben Sie sich in der Vergangenheit besonders gefreut?
Ich bin stolz darauf, dass wir mit dem Team der Energietechnik die neuesten, hocheffi zientesten Gas-und-Dampfturbinen- Projekte in Deutschland, wie Rheinenergie und Lausward, planerisch mitgestalten durften. Im internationalen Bereich macht es Spaß, mit den „Geschwistern“ im Ausland die Zukunfts themen der Energietechnik vor Ort voranzutreiben, wie zum Beispiel mit Kraftwerksprojekten im indischen Vishakapatnam oder im südafrikanischen Medupi. Im Bereich Forschung und Entwicklung freue ich mich, dass wir mit dem Projekt Lessy in Kooperation mit anderen Bereichen von STEAG das Thema Großbatteriesysteme in die kommerzielle Realität geholt haben.

Was ist Ihre Motivation zu forschen und Dinge zu verbessern? Was treibt Sie persönlich an?
Mich fasziniert der Austausch mit anderen Menschen und Kulturen. Vor allem, wenn dadurch Wissen und neue Synergien entstehen. Deshalb ist es für mich wichtig, gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bessere und effi zientere Lösungen für die energietechnischen Projekte unserer Kunden zu fi nden. Dabei geht es nicht nur um den technologischen und ökonomischen Aspekt, sondern auch um einen ökologischen. Oft wird hier der diffuse Begriff der Nachhaltigkeit angeführt. Stattdessen stelle ich mir grundsätzlich die Frage, welche Welt wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen wollen. Ich nenne das „enkelverträglich“. Aus diesem Grund liegt mir der Austausch mit jungen Menschen besonders am Herzen, daher auch mein Engagement für den Ingenieurnachwuchs an der Ruhr- Universität Bochum. Für mich ist die Verbindung von Theorie und Praxis der beste Weg, damit der Ingenieurnachwuchs unter anderem an der RUB die technologisch und logistisch hochkomplexen Abläufe von Anlagen verstehen und optimieren kann.