3 Fragen an ...

Stefanie Rehpöhler

Ende März musste STEAG das hochmoderne Kraftwerk Voerde am Niederrhein stilllegen. Ein wirtschaftlicher Betrieb war wegen des Strompreisverfalls nicht mehr möglich, weitere Kraftwerksschließungen zeichnen sich ab. Stefanie Rehpöhler zählt zum Leitungsteam im Bereich Erzeugung, das alle Kraftwerke von STEAG im In- und Ausland betreibt. Sie ist für die kaufmännische Steuerung verantwortlich.

Zur Person
Stefanie Rehpöhler hat thermische Verfahrenstechnik an der TU Dortmund studiert. Sie begann 2001 als Controllerin im Zentralbereich Controlling von STEAG. Nach verschiedenen Stationen leitete sie ab 2009 für zwei Jahre das Geschäftsführungsbüro der Evonik Steag GmbH, um anschließend in den Bereich Erzeugung zu wechseln. Heute leitet sie den Bereich Erzeugung der STEAG GmbH zusammen mit Dr. Hüseyin Rall und Dr. Peter Weiß.

Macht Ihnen Ihr Job im Moment Spaß?
Ja und nein. Grundsätzlich macht die Arbeit bei STEAG Spaß. Jeden Tag verantwortlich mitzuwirken, dass zuverlässig Strom und Wärme für Tausende Menschen erzeugt wird, ist nach wie vor eine tolle Aufgabe. Doch die Stilllegung von konventionellen Kraftwerken und der damit verbundene Abbau von Arbeitsplätzen geht einem sehr nahe. Hier ist es gut zu wissen, dass für den Standort Voerde noch vor der Stilllegung Ende März für fast jeden Mitarbeiter eine Lösung gefunden wurde. Das hat auch mit dem bereichsübergreifenden und partnerschaftlichen Umgang in unserem Unternehmen zu tun.

Welche Rolle spielen konventionelle Kraftwerke jetzt und in Zukunft?
Konventionelle Kraftwerke werden nach wie vor gebraucht, solange einige grundsätzliche Herausforderungen der Energiewende nicht gelöst sind. Spätestens wenn 2022 in Deutschland die letzten Kernkraftwerke vom Netz gehen, wird sich zeigen, wie wichtig wetterunabhängige Erzeugungsanlagen sind. Der letzte Winter lieferte bereits einen Vorgeschmack mit mehreren Tagen Dunkelflaute. Darüber hinaus hat der Übertragungsnetzbetreiber unsere zur Stilllegung angemeldeten Kraftwerke Weiher und Bexbach im Saarland als systemrelevant zur Stabilisierung der Netze eingestuft. Deshalb hoffe ich, dass das Gut „ Versorgungssicherheit“ in Zukunft gesellschaftlich und politisch mehr beachtet und wertgeschätzt wird.

Wo holen Sie sich privat Ihre Energie her?
Als Ausgleich sind für mich die Familie sowie ein stabiler und vertrauter Freundeskreis wichtig. Hauptsache, der Mensch steht im Mittelpunkt, und es ist nicht ausschlaggebend, was ich genau beruflich mache oder welche Position ich bekleide. Darüber hinaus gilt meine Leidenschaft dem Reisen und Fotografieren.