Stefan Gores

Wenn in Produktionsprozessen Lösungsmittelemissionen entstehen, kommen Abluftanlagen zum Einsatz, um gesetzlich festgelegte Emissionsgrenzwerte einzuhalten. Die STEAG-Tochterfirma Krantz GmbH produziert diese Anlagen und hat nun mit der SmartRTO eine Innovation im Portfolio, die Stefan Gores gemeinsam mit seinem Team entwickelt hat.


Zur Person
Stefan Gores (57) studierte Maschinenbau an der RWTH Aachen. Nach dem Studium begann er 1990 in der Entwicklungsabteilung bei Krantz in Aachen. Dort wurde er 1993 Leiter für Forschung und Entwicklung im Bereich Umwelttechnik. Seit 2002 leitet er den Geschäftsbereich Clean Air Solutions bei der STEAG-Tochter und ist als Experte für die industrielle Abluftreinigung gefragter Referent und Autor. In 18 Patentschriften ist er als Erfinder genannt.

RTO steht für regenerativ-thermische Nachverbrennung Was sind die besonderen Vorteile einer SmartRTO?
Große Abluftanlagen sind hoch komplex und wir konstruieren für jeden Kunden individuelle Lösungen, abhängig von den Gegebenheiten vor Ort und den Anforderungen wie zum Beispiel dem Volumen und dem Verschmutzungsgrad der zu reinigenden Luft. Bei kleineren Anlagen hingegen reicht häufig auch eine Standardlösung. Das ist dann die SmartRTO, die in vielen Punkten unsere Kunden überzeugt: Wir können die Herstellungskosten durch standardisierte Komponenten reduzieren.

Außerdem können wir die schlüsselfertige SmartRTO wegen der kleinen Grundfläche und des verhältnismäßig geringen Gewichts auf der Straße, dem Zug oder dem Schiff transportieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Abluftventilator und alle für den Betrieb erforderlichen Zusatzkomponenten bereits in die Anlagenkonstruktion integriert sind. Diese Konstruktionsidee ermöglicht es uns, die Inbetriebnahme der SmartRTO bereits in unseren Fertigungshallen durchzuführen. Unsere Kunden müssen lediglich die Medienversorgung vor Ort übernehmen.

Sind die SmartRTOs dann für alle Kunden genau gleich?
Nein. Kunden können trotz der Standardisierung bestimmte Eigenschaften der SmartRTO auswählen oder die Anlage um einzelne Module ergänzen. Es ist quasi ein Baukastensystem. Die Basisvariante besteht aus drei Anlagengrößen für einen maximalen Abluftvolumenstrom von 5.000, 10.000 und 20.000 Kubikmetern pro Stunde. Davon wählen Kunden dann die passende Variante aus. Sie können sich außerdem noch Zusatzkomponenten, zum Beispiel zur Wärmerückgewinnung, einbauen lassen.

Wie schätzen Sie das Marktpotenzial Ihrer Innovation ein?
Unsere Anlagen kommen in vielen Teilen der Welt in diversen Branchen bei unterschiedlichsten Produktionsprozessen zum Einsatz. Beim Lackieren, Drucken, Beschichten Reinigen oder Kleben – überall entstehen Lösungsmittelemissionen, die so nicht in die Umwelt gelangen dürfen. Dafür werden unsere Anlagen gebraucht. Ich bin stolz auf unsere Teamleistung, mit der wir innovative Kundenlösungen anbieten können. Wir als Krantz überzeugen mit unserem guten Ruf für Zuverlässigkeit und Energieeffizienz. Die SmartRTO wiederum überzeugt mit ihren Vorteilen, deshalb bin ich sehr optimistisch, dass sie schnell von unseren Kunden angenommen wird. In China vermarkten wir die SmartRTOs über einen Lizenznehmer schon recht erfolgreich.