• DE
  • Philipp Brammen

    Philipp Brammen, Gesamtprojektleiter HydroHub Fenne (STEAG), skizziert in seinen Antworten, was den HydroHub Fenne so besonders macht, weshalb er sich als IPCEI eignet und wo der Unterschied zum Projekt HydrOxy in Walsum liegt.

    Was zeichnet den Standort in Fenne für die Wasserstoffproduktion aus?
    Der Standort Fenne ist schon heute ein Energieknotenpunkt im Saarland. STEAG betreibt dort mehrere Anlagen zur Erzeugung und Speicherung von Strom, Fernwärme und Prozessdampf. Zuletzt wurde 2017 am Standort ein Großbatteriesystem mit einer elektrischen Leistung von 15 MW zur Erbringung von Primärregelleistung aufgebaut. Weiterhin ist in Fenne eine Gasturbine mit einer elektrischen Leistung von 35 MW installiert. Aus Grubengas werden über Motoren mit einer Leistung von 42 MW sowohl Strom als auch Wärme erzeugt. Diese Flexibilitätsoptionen sollen - auch nach Schließung der noch bestehenden Kohlekraftwerke - in Verbindung mit den zu errichtenden Elektrolyseuren („HydroHub Fenne“) der Systemsicherheit und einer technisch-ökonomischen Fahrweise der Elektrolyseure dienen. Neben der schon heute nutzbaren elektrotechnischen Infrastruktur verfügt der Standort über Anbindungen an bestehende Produktgasnetze, die zu Wasserstoffnetzen umfunktioniert werden, und an Sauerstoffnetze, über die der als Nebenprodukt anfallende Sauerstoff zu ansässigen Industrieunternehmen transportiert werden kann. In unmittelbarer Nähe zum Standort befinden sich zahlreiche potenzielle Wasserstoffverbraucher, vorneweg die saarländische Stahlindustrie sowie der ÖPNV. Und nicht zuletzt kann STEAG das Thema Grünstromversorgung über sogenannte Green PPAs (Power Purchase Agreements) als Grundlage für die Erzeugung von grünem Wasserstoff übernehmen.

    Weshalb sollte der HydroHub Fenne den Zuschlag als IPCEI bekommen?
    Der HydroHub Fenne ist als einer von vier Partnern der „Wasserstoffinitiative der Großregion“, die einen IPCEI-Verbundantrag gestellt haben. Die Initiative, in welcher der HydroHub Fenne den vorzugsweise grünen Wasserstoff bereitstellen würde, will eine regionale Wasserstoffwirtschaft in Teilen Deutschlands, Frankreichs und in Luxemburg etablieren. Diese soll als Grundlage zur Dekarbonisierung aller in Frage kommenden Sektoren und Akteure (Wasserstofferzeuger wie -verbraucher) dienen und somit auch ein wesentlicher Baustein des europäischen „Hydrogen-Backbone“ werden. Insofern erfüllt der HydroHub im Rahmen der Wasserstoffinitiative sämtliche Kriterien der Wasserstoffstrategien Deutschlands und Europas.

    Inwiefern unterscheiden sich die Projekte in Fenne und in Duisburg?
    In Duisburg wird eine im Vergleich zu Fenne sehr viel größere Elektrolyseanlage (mit einer Kapazität von bis zu 500 MWel) entwickelt. Ziel ist hier die Dekarbonisierung der Stahlproduktion von thyssenkrupp in Duisburg, wodurch es einen Hauptabnehmer des grünen Wasserstoffs und Sauerstoffs geben soll. In Fenne hingegen soll grenzüberschreitend neben dem Sektor „Stahlindustrie“ von Anfang an auch der Sektor „Mobilität“ miteinbezogen werden. Das dabei genutzte Leitungsnetz verläuft teilweise durch Frankreich und misst ein Vielfaches des in Duisburg initial vorgesehenen Netzes. Insgesamt sind in der Großregion von Beginn an weitaus mehr Partner involviert als in Duisburg.
    Beide Projekte eint, dass damit ein wesentlicher Beitrag zur Dekarbonisierung der Industrie und des Verkehrssektors geleistet werden kann. Und damit können industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland klimafreundlich erhalten bzw. ausgebaut werden.

     

    Unsere Podcastfolgen zum Thema Wasserstoff

    Folge 3: 36 Minuten zum häufigsten Element im Universum: Wasserstoff

    Daniel spricht mit Julius Okon, zuständig für Projektplanung rundum das Thema Wasserstoff bei STEAG Energy Services, über das häufigste Element im Universum.

    Weitere Infos

    Sonderfolge: Wasserstoffprojekt "HydrOxy"

    Das Gemeinschaftsprojekt HydrOxy befasst sich mit dem Bau einer Wasserelektrolyse mit einer Kapazität von 500 MW auf dem STEAG-Gelände in Duisburg und soll dem nahegelegenen Stahlwerk von thyssenkrupp Steel mit grünem Wasserstoff und Sauerstoff dienen.

    Weitere Infos