Inbetriebnahmefeier am STEAG-Standort Winnenden / Verbesserter Primärenergiefaktor

BHKW Winnenden/Schelmenholz gestartet: Thomas Billotet, Geschäftsführer STEAG New Energies, Uwe Louis, Bereichsleiter Betriebe STEAG New Energies, Hartmut Holzwarth, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Winnenden, Norbert Sailer, Bürgermeister Winnenden, Fritz Hinner, dienstältester Mitarbeiter am Standort (v.r.n.l)
Winnenden. Die STEAG New Energies GmbH hat an ihrem Standort in Winnenden/Baden-Württemberg in einer Feierstunde ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) erstmals in Betrieb genommen. Der Regelbetrieb wird voraussichtlich ab August aufgenommen werden. Das Kernstück des BHKW-Zubaus ist ein mit Erdgas betriebener Gasmotor. Der Motor hat eine elektrische und eine thermische Leistung von je zwei Megawatt. STEAG New Energies investierte rund zwei Millionen Euro in das BHKW. Die Energieeffizienz der Versorgung aus dem Standort im Stadtteil Schelmenholz verbessert sich damit deutlich und führt zudem zu einem günstigeren Primärenergiefaktor.
Hartmut Holzwarth, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Winnenden, stellte das neue BHKW in den Gesamtkontext der Bemühungen der Stadt für den Klimaschutz. „Das neue BHKW ist ein echter Meilenstein für das Wärmenetz der STEAG und für die Energiewende in Winnenden“, so Holzwarth in seinem Grußwort. Thomas Billotet, Geschäftsführer der STEAG New Energies GmbH, betonte, dass es in Winnenden nicht nur darauf ankomme, den Kunden Fernwärme sicher und bequem zur Verfügung zu stellen. Es gehe auch darum, dies effizient, ressourcenschonend und emissionsmindernd zu tun. „Die in der Anlage eingesetzte Primärenergie, vorwiegend Erdgas und als Reservebrennstoff leichtes Heizöl, wird durch die Installation des neuen BHKW-Moduls deutlich besser verwertet. Wir investieren hier in mehr Energieeffzienz und durch die Verringerung des Brennstoffbedarfs tragen wir zur Schonung unserer natürlichen Energieressourcen bei“, so Billotet. STEAG New Energies plant eine jährliche Stromerzeugung von etwa 13.600 Megawattstunden. Dies ist ausreichend für die Versorgung von 3.400 Einfamilienhäusern. Der Strom wird in das Netz der Süwag Netz GmbH eingespeist. Die im BHKW erzeugte Wärme ersetzt teilweise die Wärmeerzeugung aus dem bestehenden Heizwerk, das aus einer konventionellen Kesselanlage besteht. Der Primärenergiefaktor der Fernwärmeversorgung in Winnenden wird so gegenüber der dezentralen Kesselanlage auf Basis Heizöl oder Erdgas wesentlich günstiger. Er beträgt jetzt 0,73. Seit 1964 betreibt STEAG New Energies am Standort Winnenden eine Fernwärmeversorgung. Damit ist Winnenden einer der ältesten Standorte von STEAG New Energies. Heute werden die Winnender Altstadt und die Wohngebiete Schelmenholz, Lange Weiden und Waiblinger Berg versorgt. Der Wärmeanschlusswert liegt bei ca. 45 Megawatt. 2010 betrug die Wärmeerzeugung ca. 63.000 Megawattstunden. Dies entspricht der Versorgung von rund 3.500 Einfamilienhäusern.
Hintergrundinformationen:
Primärenergiefaktor
Seit dem 1. Januar 2010 ist das neue Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) gültig. Das Gesetz gibt Vorgaben hinsichtlich der Beschaffenheit der Energieversorgung bei Neubauten und Altbausanierungen. Wesentliche Nachweisgröße ist hierbei der Primärenergiebedarf, der nicht überschritten werden darf. Ein Gebäude darf somit nur eine bestimmte Menge Energie pro Jahr benötigen. Hierbei wird die „Vorkette“ eines Energieträgers mit berücksichtigt. Energieverluste durch Gewinnung, Umwandlung und Verteilung eines Energieträgers – gemessen mit dem Primärenergiefaktor – haben damit einen entscheidenden Einfluss auf den Primärenergiebedarf. Je niedriger der Primärenergiefaktor desto besser. Ein niedriger Primärenergiefaktor ermöglicht den Kunden die Inanspruchnahme staatlicher Kredite. Weitere Infos zum EEWärmeG unter: www.erneuerbare-energien.de