Modernisierung der Energieerzeugung der Stadt Ilawa
Gliwice/Polen. SFW Energia, polnische Tochtergesellschaft der STEAG New Energies GmbH, hat die Modernisierung eines der beiden Heizwerke der Fernwärmegesellschaft der Stadt Ilawa beauftragt. Im Juni 2011 hatte SFW Energia die Fernwärmegesellschaft der Stadt, zu der zwei Heizwerke gehören, gekauft. Ilawa liegt 110 Kilometer südöstlich von Danzig. STEAG SFW Energia setzt hier auf ‚grüne’ Energie bei der Strom- und Wärmeversorgung, beispielsweise durch Fernwärmeproduktion auf Grundlage von Biomasse.
Die Fernwärmegesellschaft von Ilawa betreibt zwei Heizwerke mit zusammen 72,9 Megawatt Leistung. Sie versorgt rund 60 Prozent der 35.000 Einwohner der Stadt mit Wärme. SFW Energia beauftragte nun den Ausbau eines der beiden Heizwerke zu einem Heizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die elektrische Leistung der KWK-Anlage wird 3,4 Megawatt betragen. Die installierte Wärmeleistung erhöht sich nach der Umrüstung von 68 Megawatt auf rund 87 Megawatt. Mit der geplanten jährlichen Stromerzeugung von rund 15.000 Megawattstunden können 3.750 Einfamilienhaushalte mit Strom versorgt werden.
Biomasse als Brennstoffbasis
SFW Energia investiert in die KWK-Anlage rund 6,7 Millionen Euro. Ende des nächsten Jahres soll sie fertiggestellt sein. Anlässlich der Auftragsvergabe sagte Wolfgang Ney, Geschäftsführer der SFW Energia: „Wir freuen uns, dass wir mit der Modernisierung des Heizwerkes unsere Fernwärmeaktivitäten auf Grundlage erneuerbarer Energien ausbauen und einen wesentlichen Beitrag zu einer zukunftsgerichteten und klimafreundlicheren Energieversorgung der Stadt Ilawa leisten können.“ Die neue Anlage besteht im Wesentlichen aus einer Entnahmekondensationsturbine sowie zwei Biomassekesseln. In den beiden Biomassekesseln werden jährlich 40.000 Tonnen Biomasse verbrannt.
Auch in Polen sollen bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen um 20 Prozent reduziert werden. Über Stromherkunftszertifikate fördert der polnische Staat den Einsatz erneuerbarer Energien und die Kraft-Wärme-Kopplung. Daher hat SFW Energia ein Programm aufgelegt. Sie prüft, inwieweit ihre bestehenden Anlagen zu Heizkraftwerken erweitert werden können, und ob der Einsatz von Biomasse bei der Strom- und Wärmeerzeugung möglich ist. Stefan Nahrath, Geschäftsführer der Muttergesellschaft STEAG New Energies dazu: „In Polen wird die Nachfrage nach hochwertiger Biomasse in den nächsten Jahren stark ansteigen. Deshalb hat SFW Energia mit einem polnischen Partner Anfang des Jahres die SFW Bio gegründet. Diese Gesellschaft soll in den nächsten Jahren eine Produktion von hochwertigen Energiepellets auf Basis von Energiepflanzen aufbauen.“
In Polen werden zurzeit jährlich noch knapp 80 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert, von denen etwa 75 Prozent zur heimischen Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt werden. Bis ins Jahr 2020 soll jedoch auch in Polen der Anteil der CO2-Emissionen um 20 Prozent reduziert werden. Um dieses Ziel zu ereichen, fördert der polnische Staat u.a. über ‚Stromherkunftszertifikate’ den Einsatz von Biomasse- sowie Bio- und Grubengas bei der Stromerzeugung. Die Zertifikate gibt es auch für die Stromerzeugung aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.
SFW Energia wurde am 3. Dezember 1997 gegründet und ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der STEAG New Energies GmbH. Ihren Sitz hat die Gesellschaft in Gliwice/Polen. SFW Energia plant, realisiert und betreibt Wärme-, Kälte- und Stromerzeugungsanlagen und bietet Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen an. Zurzeit ist SFW Energia an zehn Standorten in Polen tätig. 400 Mitarbeiter erwirtschafteten in 2010 einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro. 2010 wurden 890 Gigawattstunden Wärme und 117 Gigawattstunden Strom abgesetzt.